Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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In der Gemeinde Veļķi, nicht weit von der Grenze zur Jaunpiebalga, befindet sich auf dem Grund und Boden des Bauern C. ein sehr großer Stein: er ist einen Klafter hoch, zwei Klaftern und zwei Fuß breit und drei Klaftern und drei Fuß lang. Alte Leute erzählen, dass, er früher dreimal so hoch gewesen sei. Jetzt ist er wahrscheinlich eingesunken. Gegen Süden hat der Stein eine Einbuchtung, in der sich ein auf der Erde liegender steinerner Tisch befindet, der einen Klafter lang und zwei Fuß breit ist. Neben dem Tisch befinden sich fünf steinerne Stufen, über die man auf den großen Stein hinaufklettern kann. Auf der Oberfläche des Steines befindet sich eine Delle in der Form einer Schüssel. Nicht weit von dem Stein befand sich eine Birke. Beim Fällen der Birke bekam man zwei Klafter Brennholz und vier Fuhren Reisig. Die alten Leute erzählen, dass die Menschen damals zu dem Stein und an die Birke gegangen seien, um dort die Götter anzubeten. Sie knieten auf dem steinernen Tisch und schlugen den Kopf an den großen Stein. Nachdem sie ihre Gebete verrichtet hatten, begaben sie sich an die Birke, um ihren Stamm zu küssen, denn sie glaubten, dass die Götter in der Laubkrone der Birke wohnten und auf jeden Beter herabschauten. Die Menschen brachten auch Nahrungsmittel und legten sie in die Delle des großen Steines.

Zwischen dem großen Stein und dem steinernen Tisch befand sich eine spannenweite Spalte, die tief ins Erdteich hinabreichte. In den Spalt wurden Geldstücke geworfen, denn die Leute glaubten, dass die Götter da unten ein sehr großes Faß aufgestellt hätten. Wenn das Faß schließlich gefüllt sein würde, würden auch ihre Sünden vergeben sein. Alte Leute spalten von dem Stein Splitter für ihre Feuerzeuge ab.

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