Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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In Ancenieki steht auf einem Hügel in der Nähe des Flusses eine heilige Linde (auf diesem Hügel findet man auch eine Ruine aus Ziegelsteinen. Dort habe früher eine Kirche gestanden, jetzt steht an der Stelle ein Kiefernwäldchen). Diese Linde dürfe man nicht fällen, ja, nicht einmal eins ihrer kleinsten Zweige abbrechen: wer es tue, der müsse sterben. Einst in alten Zeiten fielen Feinde in Ancenieki ein, und begannen die Gegend zu verwüsten. Die Leute eilten in ihrer Not an die Heilige Linde, um Gott anzuflehen, sie vor den Feinden zu beschützen. Nachdem sie so gebetet hatten, fühlten sie sich sicher und glaubten, dass nun alles gut werden würde, aber — um Gewissheit zu haben — nähme sie drei kleine Zweiglein der Heiligen Linde mit und warfen sie in den Bach: würden die Zweiglein gegen den Strom schwimmen, so habe Gott ihre Bitten erhört, würden sie mit dem Strom fließen, so habe er sie nicht erhört. Und siehe da: die Zweiglein schwammen gegen den Strom! Nun, in der kommenden Nacht rückten die Feinde immer näher an den Gutshof von Ance heran. Sie hatten einen Mann aus der Gegend festgenommen, der sie nur geradeswegs durch die Wälder nach dem Ance-Gut führen musste. Aber dieser Mann war kein Dummkopf er führte die Feinde in einen solchen Morast, dass sie weder vorwärts noch rückwärts konnten. Selbst aber entfloh er. Da bekamen die Feinde Angst und zogen in eine andere Richtung davon. So hatte die Heilige Linde die Leute von Ance gerettet.

Einmal kam ein fremder Töpfer des Weges gefahren, der nichtsahnend etwas Lindenbast abriss, um ein Wagenrad zu befestigen. Er war noch nicht weit gekommen: da fiel sein Wagen um, und der Töpfer brach sich beide Beine. Ein andermal, prahlte ein übermütiger Betrunkener, er wolle der Linde einen Zweig absägen. Er ging hin, sägte auch wahrhaftig den Zweig ab, aber brach dann an der Linde zusammen und war auf der Stelle tot.

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