Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten stand am Ufer des Ušuru ezers eine alte Linde. Das Seewasser umspülte ihre Wurzeln die bereits in den See hinein ragten. Als es im Sommer Gewitter gab und die Weiden und andere Bäume zitterten und sich im Winde bogen, stand die alte Linde ruhig da und schaute ins Wasser. Unter dieser Linde richteten sich die Menschen eine Opferstelle ein.

An frühen Morgen, als die Sonnenstrahlen die Wipfel der Bäume berührten, kamen die Menschen an die alte Linde und brachten ihre Opfergaben. Auch an späten Abenden, als überall schon tiefe Stille herrschte, kamen Opferwillige an die Linde.

Es gab auch Menschen, die der alten Linde gegenüber keine Ehrfurcht empfanden. Sie scheuten sich nicht, die dargebrachten Opfer zu stehlen. So ging ein Flachsbrecher fast allabendlich mit einem Körbchen an die alte Linde und las die Opfergaben auf. Als der Flachsbrecher eines Tages wieder an die Linde kam, fand er dort gebratene Fische. Er begann die Fische zu verspeisen, aber eine Gräte des letzten Fisches blieb ihm im Rachen stecken. Er siechte lange, schließlich starb er daran.

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