Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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In Rūjiena habe der Daugulis dem Erdgott gedient. Er dingte weder Knechte noch andere Helfer, höchstens einen Halbknecht (Kleinknecht). An einem Sonntagabend schickte Daugulis seinen Kleinknecht zum Flachsteich und sagte zu ihm:

"Nimm einen der Steine, die den Flachs beschweren, aus dem Teich und bleibe selbst bis zum Morgen am Teich sitzen. Solltest du etwas Sonderbares sehen, so erwähne nur nicht den Name Gottes!"

Der Junge ging an den Teich und tat, wie ihm befohlen war. Als es dunkel wurde, erhob sich ein gewaltiger Wind und schwärze Männer kamen mit schwarzen Pferden herbeigefahren. Gleich begannen sie zu arbeiten: einige entfernten die beschwerenden Steine, andere warfen den Flachs aus dem Wasser, noch andere brachten ihn aufs Feld. Da fürchtete sich der Bursche und rief aus: "Ach Gottchen!" In demselben Augenblick verschwanden alle Männer.

Am anderen Morgen konnte man an allen Straßenrändern den verstreuten Flachs liegen sehen. Der Bauer war wütend auf seinen Kleinknecht. Keuchend kam er herbeigeeilt und begann ihn zu schelten. Jetzt konnte der Bursche bei dem Bauer nicht länger bleiben.

Der Erdgott sei niemand anders als der Ungute selbst.

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