Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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Wenn die Hirten am St.Georgstag zum ersten Mal das Vieh austreiben, bringen sie den "bogi" (Göttern) Opfergaben, um ihre Hilfe zu erbitten: dass das Vieh gut gedeihen und ruhig weiden möge und von allen Schäden bewahrt bleibe.

Einmal brachte ein Hirtenmädchen am ersten Tag des Viehaustriebs an eine bestimmte Stelle den Götterchen das Eingeweide des Stares und sagte: "Götterchen, helft mir diesen Sommer beim Hüten der Kühe, beschützt sie vor allen Schäden und Gefahren. Dann will ich euch nächstes Jahr um dieselbe Zeit eine gleiche Gabe bringen."

Im nächsten Jahr aber hatte die Hirtin ihr Versprechen vergessen. Den ganzen Sommer über ging es ihr schlecht: sie kränkelte und magerte zum Schluss ganz ab. Wohl suchte sie verschiedene Ärzte auf, aber, das half ihr nichts. Schließlich wurde sie von einem Zauberer gefragt, ob sie nicht vergessen hätte, ein Versprechen zu halten. Wenn es an dem sei, so solle sie ihr Versprechen einlösen und gleichzeitig sagen, dass sie künftig das Versprechen nicht mehr erfüllen könne. Als das Jahr um war und der dritte Georgstag herankam, beeilte sich die Hirtin, ihr Versprechen einzulösen und brachte die gleiche Opfergabe wie beim ersten Mal. „In Zukunft kann ich nicht mehr hierher kommen, um zu opfern."

Von der Zeit an ging es mit der Hirtin wieder bergauf, aber sie versprach auch nie mehr, etwas zu erfüllen.

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