Mutter des Segens, der Fülle

From Pasakas un teikas
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Comments: Die Nahrung der Hexen sei: Milch, Butter, Buchweizengrütze und Sahne — ihr Getränk, — süße Milch. Die Hexen werden in Korndarren und Kellern gefüttert. Die Bäuerin, die Hexen halte, füttere sie immer an einer bestimmten Stelle, meistens in der Badstube. Von J. Ozoliņš : Raganas 45, 17.


Eine Bäuerin hielt sich Hexen. Nachdem alle anderen sich zur Ruhe begeben hatten, bewirtete sie ihre Geister. Damit andere Menschen es nicht beobachten konnten, band sie die Korndarrentür von innen zu. Ein Knecht aber hatte das bemerkt und war neugierig zu erfahren, was die Bäuerin dort mache. An einem Abend nach beendeter Tagesarbeit schlich er in die Korndarre und versteckte sich in einem Winkel, um die Bäuerin bei ihrem Tun zu beobachten. Als überall bereits Ruhe eingetreten war, kam die Bäuerin in die Korndarre, löste ihr Haar, zog ihren Rock und ihr Hemd aus und rief: "Cip, cip, Großer, cip, cip, Kleiner, cip, cip, ganz Kleiner!" Sobald sie zu rufen begann, kamen von allen Seiten Kröten herbeigehüpft, so dass die Korndarre bald fast voll wurde. Dem Knecht wurde es fast übel, als er das alles sah. Nachdem die Bäuerin ihre Geister bewirtet hatte, zerstreuten sie sich wieder in alle Himmelsrichtungen — jeder verschwand in die Ecke, aus der er hervorgekrochen war.

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