Die Zwerge

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. das 4. Märchen unter Nr. 39, Bd. IX. P. Š.


Ein versoffener Bauer hatte ein wohlgenährtes Pferd. Er selbst trank im Wirtshaus, und sonst kümmerte sich auch niemand um die Pferde. Alle wunderten sich, wie er so wohlgenährte Pferde haben könne. Seine Frau bedrängte ihn und wollte wissen, wer die Pferde versorge. Der Mann sagte es ihr nicht. Da nahm die Frau die Stalllaterne und ging heimlich zum Stall. Dort erblickte sie zwei in Lumpen gekleidete Buben, die schnell die Pferde versorgten. Als die Buben die Bäuerin erblickten, flohen sie eilig auf den Stallboden. Da dachte die Bäuerin: das ist nicht gut, dass die Buben fast nackt herumlaufen. Sie ließ für sie Kleider nähen und brachte sie heimlich in den Stall. Die Buben fanden die Kleider. Der eine zeigte sie dem anderen und sprach: "Jetzt müssen wir fortgehen, der Bauer will uns nicht mehr haben, er hat uns neue Kleider hingelegt."

Es war nämlich Brauch, einen Knecht am Georgstag mit neuen Kleidern zu entlassen.

Danach ließen sich die Buben nicht mehr sehen, und nun mussten die Bauersleute selbst die Pferde versorgen.

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