Die Heiligen Jungfrauen, Maiden

From Pasakas un teikas
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In den Wänden (im Gemäuer, in den Ritzen) hört man oft ein Knacken und Ächzen wie beim Treten des Spinnrades: das seien die Heiligen Jungfrauen beim Spinnen. Manchen Frauen hätten sie das Haar zu filzigen Strähnen gesponnen, die man nicht mehr ausbürsten könnte. Schneide man die verfilzte Strähne ab, dann fielen die heiligen Maiden in die Augen — d. h., man bekomme Augenschmerzen (in Raņķi). In Līvbērze ließen einige katholische Frauen eine Haarsträhne ungekämmt und ungebürstet. Mit der Zeit verfilze die Strähne. Das sei dann die Glückssträhne (die Strähne der Laima, der Glücksgöttin). Die Čunkas-Mutter von Sapa in Sūbri habe eine solche Glückssträhne (Māra-Strähne) auf dem Kopf gehabt. Sie habe sie einmal abgeschnitten, aber danach seien ihre Augen dunkel geworden und sie habe Augenschmerzen bekommen. Die Strähne sei von neuem gewachsen und schließlich von allein abgefallen. Jetzt täten ihr die Augen nicht mehr weh.

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