Schicksalsgöttin, Glücksgöttin

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. die Märchen Nr. 31 im Bd. V (S. 469– 482). P. Š.


Einmal ging ein junges Mädchen die Landstraße entlang und zählte. Ein Herr fuhr vorbei und fragte sie, was sie denn da zähle. Sie antwortete, sie zähle, wieviel "podi"

("pods" wörtlich Topf, hier jedoch alte Maßeinheit ca. 8, 3 kg) Leinen sie am Tag verspinnen könne. Der Herr fragte sie, wieviel sie denn an einem Tag spinnen könne, und sie antwortete, sie könne zehn podi Leinen verspinnen. Da sagte der Herr, sie möchte mit ihm auf sein Schloss kommen, und wenn sie zehn podi am Tag verspinnen könne, dann wolle er sie heiraten. Gut, das Mädchen fuhr mit ihm aufs Schloss. Der Herr befahl seinen Knechten, 10 podi Leinen in eine Kammer zu tragen, und nun musste sie sich ans Spinnen machen. Da bekam sie Angst und begann zu weinen. Drei Laimes betraten die Kammer und fragten: "Töchterchen, warum weinst du?" Das Mädchen berichtete von seinem Unglück. Die drei Laimes) versprachen, ihr beim Spinnen zu helfen. Die eine von ihnen hatte sehr lange Finger, die andere sehr dicke Lippen und die dritte sehr volle Brüste. Als nun der Flachs versponnen war, machten sich die drei Laimes auf den Weg, nachdem sie das Mädchen ermahnt hatten, sie ja zu ihrer Hochzeit einzuladen. Der Herr richtete eine prächtige Hochzeit aus. Auch die drei Laimes kamen zu der Hochzeit. Da fragte der Herr, warum sie so lange Finger, so dicke Lippen und so riesige Brüste hätten. Die Laimes erklärten es ihm: Die langen Finger bekommt man beim Führen (Halten) des Fadens, die dicken Lippen vom Anfeuchten des Fadens und die dicken Brüste vom vielen Sitzen. Als der Herr erfuhr, dass das alles vom Spinnen gekommen sei, erlaubte er seiner jungen Frau nicht mehr zu spinnen. Und nun lebten sie beide sehr glücklich.

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