Schicksalsgöttin, Glücksgöttin

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten zog einmal ein Jüngling aus, sein Glück in der Welt zu suchen. Er war ganz allein geblieben, denn seine Eltern waren bereits verstorben. Auf dem Hof wollte er jedoch nicht bleiben, und so begann er seine Wanderung durch die Welt. Er ging Tag und Nacht, schließlich begegnete er auf der Straße einem alten Manne. Der Alte bat ihn um ein Kleidungsstück und flehte ihn an, ihn vom Straßenschlamm zu reinigen. Dem Jüngling tat der alte Mann leid. Er gab ihm seinen Mantel und eilte dann zur Quelle, um Wasser zu holen, um den Alten damit zu erfrischen und abzuwaschen. Als er wieder zurückkehrte, wunderte er sich: der alte Mann war verschwunden; an dessen Stelle saß ein schönes junges Mädchen, deren Kranz wie die Sonne funkelte. Das schöne Mädchen sagte: "Erschrick nicht, Jüngling, ich bin deine Laime (dein Glück), ich werde dir geben, was du verlangst, denn der alte Mann, der Gott selbst war, hat mich zu dir geschickt, dir den Weg zu weisen."

"Ich sehe, dass du ein gutes Herz hast," antwortete der Jüngling, "aber was soll ich, ein armer Wanderer, von dir verlangen? Vermagst du es, so gib mir eine Arznei, mit der ich mein betrübtes Herz trösten und froh machen kann!"

"Gut," antwortete das Mädchen und reichte ihm die Arznei. "Hier hast du die Arznei. Wenn du einen Tropfen davon nehmen wirst, dann, werden deine Sorgen und dein Kummer verfliegen, aber verbrauche diese kostbare Arznei nicht für dich allein, denn er gibt sehr viele Menschen auf der Welt, die Hilfe brauchen. Man muss auch ihnen helfen." Nachdem sie so gesprochen hatte, verschwand sie.

Der Jüngling nahm die Arznei und setzte seinen Weg fort. Er geht und sieht: ein Bettler sitzt (am Straßenrand) und weint. Der Jüngling ging auf ihn zu und fragte ihn: "Warum weinst du?"

Da antwortete der Bettler: "Mein einziges Töchterlein ist gestorben, ich weiß nicht, was ich vor Kummer machen soll."

Aber der Jüngling wollte ihm von der Arznei nicht geben, da sie ihm selbst sehr gut tat. Und er ging wieder weiter. Aber der Bettler folgte ihm und bat ihn, der Jüngling möchte ihm helfen, wenn er könne. Da wurde der Jüngling zornig. Er hob einen Stein auf und schleuderte ihn nach dem Bettler. Da sieht er: der Bettler ist verschwunden. An der Stelle steht eine schwarze alte Magd und spricht: "Deine Arznei hat keine Kraft mehr, denn du hast nicht so gehandelt, wie du es dem lichten Mädchen versprochen hattest."

Jetzt verstand der Jüngling, dass er die Mahnung des schönen Mädchens vergessen hatte. Er begann zu weinen und flehte die Schwarze an, aber auch sie war verschwunden, so dass der Jüngling vor Kummer auf der Stelle verstarb.

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