Schicksalsgöttin, Glücksgöttin

From Pasakas un teikas
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Ein Kaufmann kehrte gerade in dem Augenblick in ein Wirtshaus ein, als die Wirtin ein Kindchen gebar. Der Kaufmann setzte sich hin und sah, dass die Laimas (die Schicksalsgöttinnen) das Wirtshaus betraten. Die erste Laima sagte: "Klug und reich soll das Kind werden!" Die andere sprach: "Es soll zur Freude von Vater und Mutter heranwachsen!" Die dritte dagegen bestimmte: "Mit sieben Jahren soll es in dem tiefen Brunnen auf dem Hofe des Wirtshauses um 11 Uhr nachts ertrinken." Der Kaufmann, der den Jungen vom Tode erretten wollte, nahm ihn als seinen Paten. Aber er verriet niemand, was die Laimas gesprochen hatten. Als die sieben Jahre um waren, kam der Kaufmann mit dem Kind zum Wirtshaus zurück. Er ließ die Brunnenöffnung mit einem Stück Leder zunageln, verriegelte alle Fenster und zündete Licht an, um selbst Wache zu halten. Aber er verriet es niemand, warum er das alles tat. Da wurde der Kaufmann so vom Schlaf übermannt, dass er nicht widerstehen konnte und einschlief. Als er am nächsten Morgen erwachte, lief er gleich zum Brunnen und fand den Jungen, der auf dem Leder lag — tot.

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