Schicksalsgöttin, Glücksgöttin

From Pasakas un teikas
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Alle Bettler pflegen fromme Sprüche aufzusagen, aber ein Bettler sagte statt frommer Sprüche: "Tue Gutes, dann wirst du Gutes finden." Der Bettler zog in der Welt herum, und wenn ihm jemand etwas schenkte, sagte er nur: "Tue Gutes, dann wirst du Gutes wiederfinden!" Eines Tages gelangte er auf einen Gutshof und sagte auch zu der Gutfrau: "Tue Gutes, dann wirst du Gutes wiederfinden!" Der Mann der Gutsherrin war in seinen Geschäften unterwegs. Ihr gefiel der Bettler nicht, der zu ihr sprach: "Tue Gutes, dann wirst du Gutes wiederfinden", aber keine Gebete aufsagte. Die Frau dachte: "Warte nur, Bettler, du wirst mir hier nicht mehr herumbellen, ich werde dir ein vergiftetes Brot backen lassen, dann wirst du sterben müssen!" Und das tat sie denn auch. Als der Bettler den Brotlaib bekam, dachte er nichts Arges und sagte wieder seinen Spruch: "Tue Gutes, dann wirst du Gutes wiederfinden." Dann ging er seines Weges. Unterwegs begegnete er dem Mann der Gutsfrau, der sehr hungrig war. Er bat den Bettler, ihm ein Stück Brot zu geben. Der Bettler sagte: "Ich habe einen Brotlaib, den mir deine Frau geschenkt hat." Da wurde der Herr sehr froh, nahm den Brotlaib und begann zu essen. Plötzlich fiel er zu Boden. Als seine Kameraden das sahen, ließen sie den Bettler festnehmen. Der Bettler aber beteuerte, das Brot habe ihm die Frau des Herrn geschenkt und brach in Tränen aus. Als die Frau erfuhr, was geschehen war, begriff sie, wie wahr die Worte des Bettlers gewesen waren.

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