Usinsch, Using

From Pasakas un teikas
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In der Jurģis-Nacht — und möchten die Wiesen auch noch mit Schnee und Eis bedeckt sein — reiten alle zur Nachthütung. Jeder Nachthüter hat eine Flasche Branntwein mit. Auf der Hütung werden den Pferden Beinfesseln angelegt. Dann wird Feuer angemacht, und man kocht Eier. Für jedes Pferd wird ein Ei bestimmt. Derjenige, der mit einem bestimmten Pferd arbeitet, pellt das Ei dieses Pferdes. Löst sich die Schale leicht vom Ei, dann ist es gut für das Pferd; löst sich die Schale nicht gut, dann muss man das entsprechende Pferd verkaufen oder auf dem Tauschwege los werden, denn sonst wird es entweder verenden oder man wird es stehlen. Dann wird auf dem offenen Feuer Grütze mit Schweinefleisch gekocht. Ist die Grütze fertig, versammelt sich das Gesinde ums Essen. Wenn es draußen zu kalt ist, wird die Grütze manchmal zu Hause gekocht, aber man musste sie zur Nachthütung bringen und dort gemeinsam essen. Niemand, der zu dem Hof gehörte, durfte bei diesem Essen fehlen, nicht einmal die Kinder. Mädchen und Frauen besangen Jurģis in vielen Liedern. Jedem, der im Sommer zur Nachthütung reiten sollte, gab die Bäuerin einen Holzpflock, der in einem Lappen eingewickelt war. Nach dem Abendessen wurden die Pflöcke ins Feuer geworfen, wobei man sprach: "Hier geben wir dir Feuerchen, Labrencis, (Laurenz) damit uns weder Schuhe noch Kleider noch Zaumzeug bei der Nachthütung verbrennen (versengen)." Am frühen Morgen ritt man heim. Der Bauer schlachtete im Pferdestall einen Hahn und ließ in jede Krippe einige Tropfen des Blutes fallen; dann warf er den Hahn vor die Krippe hin, bis er nicht mehr zuckte. Den geschlachteten Hahn kochte die Bäuerin zum Frühstück. Die Nachthüter aßen ihn auf.

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