Usinsch, Using

From Pasakas un teikas
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Früher hüteten die Nachthüter mehrerer Bauernhöfe ihre Pferde zusammen. Damit sie nicht um ihren Schlaf kamen und munter bei der Tagesarbeit sein konnten, wurde gemeinsam ein Pferdehüter gedungen, den man auch den Pferdehirten nannte (an der estnischen Grenze wurde er "karjacis" genannt). Um den Jurģis-Tag herum begann man zur Nachthütungen zu reiten. Da kam auch gleich der Pferdehirt mit. Die erste Nachthütung des Jahres war ein echtes Fest, das man auch das Nachthüterfest nannte. Auf diesen Tag bereitete man sich wie auf einen wirklichen Festtag vor. Die Hofbauern gesellten sich zu den Nachthütern, um zusammen mit ihren Knechten dieses Fest zu begehen. Man nahm Eier mit — mindestens ein Ei für jedes Pferdebein; andere sagen: zehn Eier für jedes Pferd. Außerdem wurden noch Mehl, Brot, Fett und Milch mitgenommen, um bei der Nachthütung Essen zu bereiten. Außerdem wurde noch ein Ei für einen besonderen Zweck mitgenommen. Sobald alle Pferde in den Wald oder auf die Wiese getrieben worden waren, nahm der Pferdehirte das Ei und umschritt mit dem Ei in der Hand dreimal seine Herde. Danach warf er das Ei mitten unter die Pferde. Blieb das Ei heil, so war es ein Zeichen, dass die Pferde den ganzen Sommer über gesund bleiben würden, ging das Ei entzwei, so war mit Sicherheit ein Unglück zu erwarten. War das Ei entzweigegangen, so versuchte man gleich mit allen möglichen Mitteln der drohenden Gefahr entgegenzuwirken. War das Ei jedoch heil geblieben, so wurde gleich ein Festmahl bereitet. Man aß und trank Bier und Branntwein dazu. Nach dem Essen vergnügte man sich bis zum frühen Morgen. Wenn jemand spielen konnte, so wurde auch Musik gemacht.

In der Ziemeri-Gemeinde wurde dieser Brauch noch vor kurzer Zeit gepflegt. Dort nahmen auch die Frauen an solchen Nachthüterfesten teil.

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