Die Kuh-Māŗa

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: Vgl. XV, Sage Nr. 23 aus der Abt. XV. P. Š.


In Jaunpiebalga befindet sich ein See, man nennt ihn den Kāpuru kalna ezers. Um Ufer des Sees weidete die Kuh-Māŗa ihre Kühe. Aber einmal glitt sie aus, fiel in den See und ertrank. Die Kühe liefen brüllend umher und suchten ihre Māŗa, aber vergeblich. Sie konnten suchen, soviel sie nur wollten — verschwunden war verschwunden. Die Kälbchen waren schon halb verhungert, denn Māŗa hatte sie früher zum Säugen gebracht, jetzt war aber niemand mehr da, der sie säugte. Schließlich brachten die Menschen die Kälber in ihre Ställe und fütterten sie, aber so rundlich, wie sie früher bei Māŗa gewesen waren, wurden sie nicht.

Die Marktfahrer — früher wurde auf dem Kāpuru-Berg der Māŗas tirgus (Marienmarkt) abgehalten — pflegten, sich zuerst in dem See zu baden (oder zu waschen), ein Geldstück ins Wasser zu werfen und erst dann ans Handeln gehen. Wenn man an einem Pferd einen Schaden feststellte, so brachte man es am Māŗa-Tag hierher zur Schwemme. Dann ritt man auf ihm dreimal um den Markt herum — und das Pferd war wieder gesund. Am Seeufer lag ein Stein, auf dem man früher Gottheiten geopfert hatte. Einmal hatten übermütige Burschen alles aufgegessen, was die Leute auf den Stein gelegt hatten. Aber was geschah? Die Übermütigen konnten sich nur noch halbtot nach Hause schleppen, so krank waren sie geworden. Nur mit großer Mühe konnten Besprecher und weise Menschen sie wieder auf die Beine bringen.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox