Jumis

From Pasakas un teikas
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Nach Ansicht der alten Letten lebte Jumis nur auf dem Getreidefeld. Der Bauer, dessen Feld er zur Wohnung erwähl hatte, brachte eine prächtige Ernte ein. Deshalb musste man immer ein wenig Getreide auf dem Feld zurücklassen, um den Jumis zu versöhnen und um zu verhindern, dass er das Feld verließ. Ließ man nur ein einziges Mal kein Getreide auf dem Feld zurück, dann wurde der Jumis sehr zornig und kam nie mehr zurück. In einem Getreidebüschel überwinterte der Jumis. Man band die Ähren der Getreidehalme zusammen, so dass das Büschelchen wie ein Dach aussah. Es ist anzunehmen, dass Jumis davon seinen Namen bekommen hat (im Lettischen: Jumts — Dach; jumt — Dach decken). Nun war das Haus für Jumis fertig. Die Mäher pflegten ihre Sensen über die linke Schulter zu werfen. Wessen Sense am weitesten flog, der musste sterben, wenn er ein Mann war. War die Werferin, deren Sense am weitesten flog, eine Frau, so wurde sie in dem Jahr geheiratet. Man kann sagen, dass jede etwas sonderbare Begebenheit, jeder etwas merkwürdige Gegenstand, auf der man beim Mähen stieß, wurde nach seiner Bedeutung gefragt, alle wies auf etwas hin. Zerbrach einem Mäher die Sense, stieß er auf einen Stein, eine Kröte, ein Häschen — in allem sah man einen besonderen Fingerzeig Gottes. Die Mäher der letzten Reihe, die den Jumis in Empfang nahmen, mussten einen Ährenkranz binden.

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