Krankheiten

From Pasakas un teikas
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Ein Fährmann, der selbst große Angst vor dem Sterben hatte, hatte die Pest über die Daugava (deutsch Düna) gesetzt. Die Pest kam an das Ufer der Düna mit einem großen Buch unterm Arm, in dem die Namen aller Menschen eingetragen waren, die an der Pest sterben sollten. Sie trat vor den ersten Fährmann, und sagte, sie sei die Pest (im Lettischen: ist Mēris, die Pest männlich) und man solle sie ans andere Ufer bringen. Aber der Fährmann war ein mutiger Mann und antwortete, dass er auf keinen Fall ein solches Unglück ans andere Ufer bringen werde. Ein anderer Fährmann, der große Angst vor dem Sterben hatte, ging auf die Pest zu und sagte, er wolle sie gern ans andere Ufer bringen, wenn nur er selbst nicht sterben müsse. Die Pest war schlau, bestieg das Boot und sagte, er solle nur ans andere Ufer fahren, sie werde in ihrem Buch nachschauen. Der Fährmann glaubte, alles sei in Ordnung und brachte sie über die Düna ans andere Ufer. Am anderen Ufer angekommen, schlug die Pest das Buch auf, hob die Schultern und sagte: "Es hilft nichts, mein Freund, du musst sterben." Als der Fährmann erbärmlich zu jammern und zu schreien begann, tröstete ihn die Pest: er solle sich nicht so sehr fürchten, sie werde ihm seiner guten Tat wegen einen leichten Tod bescheren.

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