Krankheiten

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Nicht weit von den P. und T. Bauernhöfen der Stukmaņi-Gemeinde stehen Kiefern, die von der Leuten der Umgebung die Pest-Kiefern genannt werden. Mein Großvater hat erzählt, dass die Kiefern ihren Namen aus der Pestzeit haben. Die Menschen starben damals sehr schnell und es waren der Toten so viele, dass es nicht möglich war, sie alle zu begraben. So kamen die Leute aus der Umgebung zu den Hügeln, um, sich selbst ein Grab zu schaufeln, solange sie noch am Leben waren. Sie schaufelten das Grab, setzten sich auf den Rand der Grube hin und ließen die Beine ins Grab hängen. So erwarteten sie den Tod. Man spürte das Herannahen der Krankheit kaum: Sie begann mit Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit — und da war auch schon der Tod zur Stelle. Die Menschen fielen in das selbstgeschaufelte Grab. In der Stukmaņi-Gemeinde sind nur ein junges Mädchen auf dem Mūrnieki-Hof und ein junger Mann am Leben geblieben, alle anderen sind gestorben. Die Menschen flohen vor der Pest in die Wälder, aber auch das war vergeblich, denn sie fielen dennoch wie das Laub im Herbst. Zwischen den Kiefern sieht man noch heute kleine Hügel, die davon zeugen, dass sich hier Gräber befunden haben.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox