Krankheiten

From Pasakas un teikas
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Comments: Eine ganz ähnliche Sage hat auch Etmans in Kazdanga aufgeschrieben. (LP, VII, I, 1245, 3). P. Š.


Zwei Fieber, die sich nach längerer Zeit am Wiesenrand neben dem Getreidefeld begegneten erzählten einander, was sie in der Zwischenzeit erlebt hatten.

Das erste sagte: "Ich, Brüderchen, habe die ganze Zeit in einem Prinzen gelebt und ihn ordentlich durchgeschüttelt: Neun Jahre lang, Tag und Nacht. Dort hatte ich ein prächtiges Leben: Es mangelte mir weder an Leckerbissen noch an Süßigkeiten; es gab Honig und Bier, Arzneien und andere Getränke. Dafür habe ich meinen Prinzen auch so gründlich durchgeschüttelt, dass von ihm nicht mehr viel übrig geblieben ist. Schließlich aber schämte ich mich, weiter in ihm zu leben. Denn — was denkst du — eines Tages lag er im Garten auf dem Rasen. Da kam eine Magd und stieg einfach über ihn, wobei sie ihn benässte. Da dachte ich: wenn schon eine Dienstmagd ihn so gering achtet und wenn kein Mensch ihn mehr zu schätzen scheint, wie soll ich, da noch länger in ihm wohnen!"

"Nun gut," entgegnete das andere Fieber, "aber wohin willst du dich jetzt wenden?"

"Jetzt will ich Hütten und Bauernhöfe aufsuchen und mir das Leben dort ansehen; der Schlösser von Gutsbesitzern und andere hohen Herren bin ich überdrüssig. Sieh, zuerst gehe ich zu dem Burschen dort, der dort an dem Hümpel liegt."

Der Knecht des naheliegenden Bauernhofes hatte in der Mittagszeit die Pferde auf die Wiese gebracht und hatte sich selbst neben einen Hümpel ausgestreckt. Er belauschte das Gespräch der beiden Fieber.

"Aber wie willst du in den Burschen hineinkommen?"

"Nun, das ist ganz leicht getan: Wenn der Bursche heimkommen wird, wird er großen Hunger verspüren. Aber die Bäuerin wird das Essen noch nicht fertig haben. Deshalb wird sie ihm zuerst Milch reichen, und ich werde mich als Blase auf die Milch niederlassen. Er wird mich mit der Milch herunterschlucken — auf diese Weise werde ich hineinkommen."

Der Bursche hörte es, sagte aber nichts darauf. Er machte ruhig sein Mittagsschläfchen. Danach ritt er nach Hause und merkte wirklich, dass er sehr hungrig war. Vor und nach dem Fieber sei es immer so: Man verspüre großen Hunger. Nichts zu machen, er bat die Bäuerin, ihm zu essen zu geben. Auf der Milch erschien plötzlich eine große Blase. Der Bursche nahm die Blase auf den Löffel und schüttete die Milch mit der Blase in eine Geldbörse aus Schafleder, durch das keine Flüssigkeit hindurchdringen konnte. Dann, band er die Börse zu und machte neun Knoten. Er hing die Börse im Schornstein auf, wo Russ und Rauch dem Fieber mächtig an den Leib gingen.

Er hielt ihn drei Jahre lang in der Lederbörse — eingesperrt. Jeden Tag um die Zeit, als das Fieber die Kranken zu schütteln pflegte, wurde die Börse im Schornstein mächtig geschüttelt. Als die drei Jahre um waren, ließ er das Fieber heraus.

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