Krankheiten

From Pasakas un teikas
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Comments: Hier wird man wohl versehentlich "kāsus" (Husten) anstelle von "kasus" (Krätze), eingesetzt haben, denn man wird gerade wegen Krätze und nicht beim Husten oft gebadet. Auch A. Lerchis-Puškaitis in Džūkste (LP, VII, I, 1245, 7) hat eine ähnliche Sage aufgeschrieben, in der, Fieber und Krätze sich darüber streiten, wer von ihnen beiden wohl das bessere Leben habe. Auch noch aus der Umgebung von Jērkule und Lode hat man der Sammlung der Wiss. Kommission eine ähnliche Sage zugesandt. P Š.


Einmal begegneten sich der Husten und das Fieber im Walde und begannen mit einander zu reden.

"Nun, Nachbar," fragte der Husten, "wohin des Weges?"

"Ich will hier gleich in der Nähe einen jungen Mann aufsuchen.

"Und wie willst du an ihn herankommen?"

"Wie ich an ihn herankommen soll? Das ist ganz leicht: Wenn er von der Badstube heimkommen wird, wird er sehr durstig sein. Ich werde inzwischen schon in den Krug gekrochen sein. Beim Trinken wird er mich mittrinken. Nun sag du mir aber mal, wohin du gehen willst?"

Ich will auf einen Bauernhof — auch gleich in der Nähe, wo ich viel Arbeit bei den Kindern der jungen Bäuerin haben werde." "Und wie willst du an sie herankommen?"

"Wie ich an sie herankommen werde? Ich werde in den Badequast kriechen und mich darin verstecken. Wenn die junge Bäuerin in der Badstube ihre Kinder mit dem Quast beklopfen wird, wird sie mich in sie hineinklopfen."

Der Husten und das Fieber vereinbarten noch, sich in einem Jahr an derselben Stelle zu treffen, um einander zu erzählen, wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen sein wird. Dann trennten sie sich.

Ein Jäger hatte aber ihr Gespräch heimlich belauscht. Er hatte sich um dieselbe Zeit im Waide befunden und überlegte nun, wem er helfen sollte: dem jungen Mann oder den Kindern der Bäuerin. Schließlich beschloss er, den Mann vor dem Fieber zu retten, denn, das: Fieber ist schwerer zu ertragen als der Husten. Gut. Am Samstagabend begab sich der Jäger auf den Hof, auf dem der junge Mann lebte. "Wo ist der Bauer?" Fragte er. Man antwortete ihm, der Bauer sei in der Badstube. Gut, dann wolle er warten. Er wartete. Der Bauer kam von der Badstube zurück und setzte sich hin: Man möchte ihm doch einen Krug Wasser reichen. Der Krug wurde gebracht. Aber sobald der Bauer sich anschickte, das Wasser zu trinken, ergriff der Jäger den Krug und schüttete das Wasser in eine Schweinsblase, die er sorgfältig zuband. Dann befahl er, die Blase in dem Rauchabzug über der Feuerstelle aufzuhängen, denn Fieber sei darin. Gut, man hing die Blase auf. Das Fieber begann zu zittern und sich zu schütteln und schüttelte sich in der Blase ein ganzes Jahr lang. Als das Jahr um war, sagte der Jäger zu dem Bauer, dass er das Fieber jetzt herauslassen könne. Selbst eilte er in den Wald, um die beiden Freunde zu belauschen. Als er hinkam, war der Husten bereits dort und wartete auf das Fieber. Nach einer Weile sieht er: Das Fieber, ganz schwarz, schleppt sich — auf zwei Stöcken gestützt — herbei. Der Husten fragt das Fieber: "Wieso bist du so schwach geworden?" Das Fieber antwortet: "Ich habe ein ganzes Jahr im Rauchfang hängen müssen." Der Husten antwortete: "Sieh nur, wie sauber ich bin — man hat mich zweimal in der Woche zur Badstube gebracht und dort gebadet und gewaschen."

Schließlich gingen beide brabbelnd davon.

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