Krankheiten

From Pasakas un teikas
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Comments: H. Skujiņa hat noch eine andere ähnliche Sage daselbst (in Aumeisteri) aufgeschrieben. Eine ähnliche Variante hat mir außerdem noch J. Rubenis aus Ērgļi zugesandt. In Rauna habe ich eine ähnliche Sage von mehreren Erzählern gehört.


Einmal gingen die Krätze und das Fieber zusammen durch den Wald.

"Wohin gehst du?" Fragte das Fieber.

"Ich will die Kinder des Großherrn aufsuchen. Und du?" "Ich will zum Nachbarhof. Dort ist ein junger hübscher Bursch gerade beim Pflügen. Wenn er mittags nach Hause gehen wird, wird ihm die Bäuerin mit dem Melkeimer entgegenkommen und ihn fragen:

"Du bist wohl müde geworden? Möchtest du nicht Milch trinken?" — Der Bursche und die Bäuerin sind nämlich befreundet. Der Bursche wird trinken. Aber auf der Milch wird eine große Blase schwimmen, in die werde ich hineinkriechen. Auf diese Weise wird der Bursche mich mittrinken. Dann kann er mich eine Weile mit sich herumtragen!"

Die Krätze und das Fieber unterhielten sich eine Weile, dann trennten sie sich. Jeder ging seines Weges. Beim Abschied beschlossen sie, sich in einem Jahr an derselben Stelle zu treffen. Die Krätze begab sich zum Schloss zu den Kindern des Großherrn, das Fieber aber ging aufs Feld, wo der hübsche Bursche beim Pflügen war.

Ein alter Mann, der im Walde Reisig für Besen geschnitten hatte, hatte das Gespräch zwischen der Krätze und dem Fieber belauscht. Der Alte begab sich auf den Hof, wo der hübsche Bursche lebte, und wartete, bis er vom Pflügen zurückkehren werde.

In der Mittagszeit kehrte der Bursche auf den Hof zurück. Die Bäuerin kam ihm mit dem Melkeimer entgegen. Auf der Milch schwamm eine große Luftblase.

"Du hast dich gewiss müde gearbeitet," sprach die Bäuerin, "möchtest du nicht etwas Milch trinken?"

"Man könnte schon," antwortete der Bursche. Da lief der Alte an den Melkeimer und rief: "Warte, trink nicht! Gebt mir einen Löffel!" Der Alte schöpfte die schöne Milchblase ab und schüttete sie in seinen Tabaksbeutel. Er band den Tabaksbeutel zu, indem er neun Knoten machte, und hing ihn mit dem Fieber, das sich in der Blase verkrochen hatte, an einem Haken über der Herdstelle auf. Dort musste das Fieber Rauch schlucken und konnte nicht herauskommen. Als das Jahr um war, ließ der Alte das Fieber aus dem Tabaksbeutel, das wie der Wind davonsauste. Der Alte begab sich in den Wald, um das Gespräch der beiden Freunde zu belauschen.

Bald begegneten sich die Krätze und das Fieber an der vereinbarten Stelle. Die beiden Freunde begannen zu reden.

"Wenn du nur wüsstest, wie gut es mir ergangen ist," erzählte die Krätze. "Ich wurde in der Wanne gebadet und in weiße Laken gehüllt und feine Herren beschäftigten sich mit mir. Und wie ist es dir ergangen?"

Und nun erzählte das Fieber der Krätze in allen Einzelheiten seine Geschichte: Wie es in den Tabaksbeutel des Alten gelangt war und wie man ihn an einen Haken über der Herdstelle aufgehängt hätte. Nachdem beide Freunde sich ausgesprochen hatten, sagte das Fieber: "Jetzt werde ich die Hütten der Bauern nicht mehr aufsuchen. Ich will zum Schloss des Großherrn gehen und mich dort von den überstandenen Schwierigkeiten erholen."

"Ich werde wiederum auf Bauernhöfe gehen, der feinen Schlösser bin ich überdrüssig geworden," sagte die Krätze.

Die beiden Freunde trennten sich, jeder ging in einer anderen Richtung davon.

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