Krankheiten

From Pasakas un teikas
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Ein König war schwer erkrankt. Er versprach eine hohe Belohnung demjenigen, der ihn heilen würde. Es kamen viele verschiedene Ärzte an, aber niemand konnte ihn heilen. Eines Tages kam ein altes Männchen angeschlichen: Man möchte ihn zum König lassen, er glaube, er könnte ihn vielleicht heilen. Aber die Diener lachten den zerlumpten alten Mann aus: Er solle sich gleich davonmachen. Zum Glück begegnete der Alte beim Weggehen der Königstochter selbst. Er erzählte ihr von seiner Absicht. Da gab die Königstochter dem Alten Geld — er solle sich bessere Kleider kaufen, dann würden die Diener ihn nicht mehr davonjagen. Der Alte kaufte sich neue Kleider. Als er jetzt wiederkam, gelangte er gleich zum König. Als man ihn hereingelassen hatte, verlangte er einen Tiegel und ließ Kuhmist aus dem Stall herbeiholen, um eine Arznei zu bereiten. Gut. Der Kuhmist wurde herbeigeholt. Der Alte legte ihn auf den Tiegel, machte den Herd an, briet den Mist, zerschnitt ihn mit dem Messer und trocknete ihn so lange, bis er zu feinem Pulver zerfiel. Er schüttete das Pulver in zehn kleine Papiertüten und sagte, die Arznei sei jetzt fertig. Die anderen Ärzte, die sich inzwischen um den König versammelt hatten, wunderten sich, was das wohl für ein Pulver sei und, begannen daran zu riechen. Einer der Ärzte, als er keinen Geruch wahrnehmen konnte, nahm das Pulver in den Mund, um seinen Geschmack zu prüfen. Als der König sah, dass der feine Doktor sich den Kuhmist in den Mund steckte, brach er in herzhaftes Lachen aus. Beim Lachen jedoch brach das heimliche Geschwür in der Kehle des Königs auf. Jetzt waren die Schmerzen wie weggeblasen. Der König wurde bald ganz gesund. Er dankte dem Alten und gab ihm den versprochenen Lohn.

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