Das Anschaffen des Drachen und seine Tätigkeit (Wirksamkeit)

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Comments: Ein Bauer begab sich nach Riga, um einen Drachen zu kaufen, und erstand ein Strickende. Er brachte es nach Hause und sprach zu seiner Frau: "Der Teufel in deinem Herzen, der Teufel in meinem Herzen!" Da verwandelte sich das Strickende in einen fliegenden Vogel und schleppte, soviel Korn herbei, dass das Vorratshaus des Bauern voll wurde. R. Auniņš in Cesvaine, Drachen-Mythus, 10, 6.


Als dreizehnjähriger Junge wurde ich von dem Rakuti-Bauern in Krauklēni als Viehhüter gedingt. Dort hörte ich von älteren Leuten, dass dem Krustiņš, dem Kalnieši-Bauern, ein Drache Korn stehle und es zum Grasēni-Hof bringe. An einem Sonntagabend war ich mit anderen, die älter waren als ich, auf der Nachthütung. Wir hatten das Lagerfeuer angemacht, hatten geplaudert und einige von uns wollten sich schon schlafen legen. Auf einmal begannen die Älteren zu schreien: "Seht den Drachen, seht den Drachen!" Ich begann auch nach dem Drachen zu spähen und erblickte ein dunkelrotes, grüngestreiftes, etwa einen Klafter langes und zwei Fuß breites Wesen, das aus der Keirāni-Richtung in die Tauriņi-Richtung etwas langsamer als ein Vogel flog. Die älteren Nachthüter zogen sogleich ihre Hosen aus und begannen auf ihre nackten Schenkel zu klatschen und zu schreien, der Drache möchte so kahl werden wie ihre Schenkel. Dann schnitten sie sich in die linke kleine Zähe, bis da Blut zu fließen begann. Gleich hielt der Drache seinen Flug an, und noch am anderen Tag konnte man an der Stelle rote Streifen sehen, die von dem Drachen übriggeblieben waren. Die älteren Nachthüter sagten: "Wenn man doch nur Zeit hätte, bis zu der Stelle zu gehen, dann würde man das ausgeschüttete Korn auf der Erde finden."

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