Das Anschaffen des Drachen und seine Tätigkeit (Wirksamkeit)

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Es lebten einmal drei Bauern, die wünschten sich mit Gewalt reich zu werden. Da sie aber trotz aller Sparsamkeit es nicht erreichten, so besprachen sie sich einen Hausdrachen zu kaufen, denn sie hatten gehört, dass in einer, nicht weit entfernten Stadt ein solcher käuflich sei. Gut. Am vereinbarten Tage fuhren sie alle drei hin. Dort angelangt, führte sie der Verkäufer des Drachen in eine besondere Stube, wo im Ofen ein helles Feuer brannte, warf drei Spielkarten ins Feuer und sagte: "Wenn ihr so dringend eines Hausdrachen begehrt, so werden eure Herzen einmal ebenso in ewigen Höllenfeuer tanzen, wie die Karten hier im Ofen."

Diese Worte flößten allen Dreien Schrecken ein. Und zwei sagten gleich: "Lieber erdulden wir hier auf Erden Leid und Mangel, als dass unsere Seelen in der Höllenpein verloren gehen." Der Dritte aber dachte: "Mag später kommen, was da wolle, wenn ich mich nur hier auf der Erde recht ergötzen kann." Und er kaufte ihn. Die beiden Ersten, die den Drachen nicht gekauft hatten, fanden sich am nächsten Morgen auf dem Felde bei den Eggen in ihren Gesinden wieder. Dem Dritten aber überreichte der Verkäufer des Drachen ein Bastbündel, indem er sagte, das solle er verwahren, dann werde ihm das Glück nicht fehlen. Er dachte zwar: "Was kann mir das Bastbündel nützen?" Behielt es aber doch.

In der Nacht nach seiner Heimkehr rief jemand an seinem Fenster: "Wo soll ich die Schätze lassen?" Der Bauer antwortete: "In der Klete!" Und legte sich auf die andere Seite. Am Morgen aber ging er, sobald er aufgestanden war, in die Klete, um zu schauen, was wohl der Drache in der Nacht angeschleppt habe. Wie er hinkommt, ist die Klete — Oh, Schreck! — voller Dreck. Er läuft zu seinem Bast, prügelt und zaust ihn und ist in großer Wut. Und der ganze Tag ging hin, bis er seine Klete wieder gesäubert hatte.

In der nächsten Nacht rief es wieder unter dem Fenster: "Wohin mit den Schätzen?" —"Schütte sie aufs Feld," erwiderte der Bauer. Gut. Was geschah? Am Morgen will er nachschauen, wie viel Mist auf dem Acker liege. Da findet er: das ganze Feld erglänzt von Gold- und Silbergeld; und die Nachbarn, die davon Wind bekommen hatten, raffen, soviel ihre Hände vermögen.

Was war dabei zu machen? Der Besitzer des Drachen fährt zum Verkäufer, um ihm seine Not zu klagen. Der gab ihm den Rat, er solle sich merken: in einer Nacht werde der Drache Geld bringen, in der nächsten Dünger oder sonst etwas. Und so war es auch. Nun, lebte er, ein Leben lang in Reichtum und Freude, glücklich aber konnte ihn niemand nennen.

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