Das Anschaffen des Drachen und seine Tätigkeit (Wirksamkeit)

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Ein Bauer hatte in der Stadt für seine eigene Seele einen Drachen gekauft. Man hatte ihm ihn in einem Kästchen überreicht. Er wurde streng ermahnt, das Kästchen unterwegs nicht zu öffnen und nicht hineinzuschauen. Da das Kästchen sehr leicht war, glaubte der Bauer, da sei gar nichts drin. "Es ist gewiss nichts darin, ich habe meine Seele verkauft und bin betrogen worden." Er öffnete das Kästchen und erblickte darin den Schwanz eines schwarzen Ferkels. Wütend über einen solchen Betrug, warf er das Kästchen mit dem Schwanz in das Gebüsch am Straßenrand und fuhr nach Hause. Einige Zeit darauf fuhr er wieder dieselbe Straße entlang. Als er das Gebüsch erreicht hatte, sprach er bei sich: "Ich will doch nachschauen, ob mein Kästchen mit dem Schwanz des Ferkels noch hier liegt." Aber was erblickte er? — An der Stelle des Kästchens lag ein schönes Häufchen Goldgeld. Nun, das Bäuerlein nahm gewiss das Geld mit, aber es tat ihm jetzt sehr leid, dass er das Kästchen mit dem Ferkelschwanz weggeworfen hatte.

Ein Soldat bekam von seinem Kriegsherrn, dem er 8 Jahre treu gedient hatte, einen Drachen. Gewiss, seine Seele und seine Frau musste er dem Schwarzen vermachen. Als der Kriegsherr ihn entließ ermahnte er ihn noch: "Die ersten Worte, die du zu deiner Frau bei deiner Heimkehr sprichst, sollen sein: "Der Schwarze in deinem Herzen, der Schwarze in meinem Herzen!"" Der Soldat macht sich mit dem Drachen auf den Heimweg und denkt bei sich: "Wie soll ich denn nun nach einer achtjährigen Trennung zu meiner Frau sagen: "Der Schwarze sei in deinem Herzen. "" Als er nun das Haus betrat, sagte er zu seiner Frau: "Du hast es gut, ich habe es gut!" Aber damit war der Drache nicht zufrieden. Er verließ das Kästchen und flog davon. Was sollte man nun tun? Er kehrte zu seinem Kriegsherrn in die Stadt zurück, der ihm den Drachen zum zweiten Mal überreichte, diesmal ohne Bezahlung, denn beider Seelen hatte er dem Schwarzen ja bereits vermacht. Als er jetzt heimkam, musste er sagen: "Der Schwarze in deinem Herzen, der Schwarze in meinem Herzen." Jetzt blieb der Drache bei ihm und diente ihm treu.

Mein Onkel war auf seinen Hof hinausgegangen und erblickte so gegen Mitternacht einen schwarzen Hahn, der in der Luft flog und einen Goldtopf wie eine Schüssel vor sich trug, der wie Feuer funkelte. Nun, was sollte er machen? Er wusste nicht, was das zu bedeuten hatte. Da rief er seinen Nachbarn herbei und fragte ihn: "Was ist das?" "Nun, das ist ja ein Drache, der Geld trägt. Höre, Alter, wenn du ein anderes Mal einen Drachen siehst, dann lass die Hose herunter, dann wirst du Geld bekommen, denn dann wirft der Drache alles hinunter, was er gerade trägt. Aber wenn du selbst einen Drachen haben willst, dann geh zur Stadt, dort wirst du schon einen Menschen finden, der mit solchen Dingen handelt. Geh rückwärts in sein Haus und sprich zu ihm: "Der Schwarze in deinem Herzen, der Schwarze in meinem Herzen!" Aber bekreuzigen darfst du dich nicht!"

So belehrt, begab er sich in die Stadt und fand dort einen alten Mann, der ihm einen Drachen gegen seine eigene und die Seele seiner Frau verkaufen wollte. Seit der Zeit wurde er so reich wie der Teufel selbst und alle Leute redeten, dass er dem Schwarzen gehöre.

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