Das Anschaffen des Drachen und seine Tätigkeit (Wirksamkeit)

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte seiner Frau einen Butter-Drachen aus Riga gebracht. Jeden Samstagabend schaffte er ihr viel Butter herbei. Aber die Butter, die der Drache herbeischleppte und die, sie ihrem Gesinde zu essen gab, schmeckte nicht, und das Gesinde war ihrer schnell überdrüssig. Ein Knecht nahm sich vor zu ergründen, woher die Bäuerin solche Butter hatte. Er nahm davon heimlich einen Klumpen und brachte ihn zum Zauberer (Wahrsager). Der Wahrsager betrachtete die Butter, probierte davon und spie sie wieder aus, indem er sagte: "Das ist ja Drachen-Butter. Deine Bäuerin scheint einen Drachen zu haben, der, ihr diesen Dreck herbeischafft."

Der Knecht wollte gern wissen, wie der Drache der Bäuerin aussah. Deshalb versteckte er sich am Freitagabend in der Klete, wo die Bäuerin sich jeden Samstagabend lange zu schaffen machte.

Die Bäuerin stellte mitten in die Klete (Vorratshaus) ein ziemlich großes Gefäß und sagte: "So, Dūdiņš, hole mir nun wieder Butter für das Gesinde!"

Dann ging sie hinaus und ließ die Tür angelehnt, damit der Drache hereinkommen konnte. Gleich darauf kam ein schwarzer Mann in die Klete, hockte sich hin und entleerte sich in das Gefäß.

Am Sonntagmorgen brachte die Bäuerin die Drachen-Butter auf den Tisch und gab sie dem Gesinde zum Frühstück. Alle aßen die unschmackhafte Butter, nur der Knecht aß trockenes Brot. "Warum isst du keine Butter?" Fragte die Bäuerin. "Ich esse sie nicht, weil sie gar keine Butter ist, sondern der Dreck des Drachen Dūdiņš."

Als die Bäuerin das hörte, schrie sie auf, fiel hin und war auf der Stelle tot. Aber auch der Knecht wurde schwer krank.

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