Das Anschaffen des Drachen und seine Tätigkeit (Wirksamkeit)

From Pasakas un teikas
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Zwei Bauern, Lācis und Bērzs, hatten ein schweres Leben. Schließlich beschlossen sie, beim Wahrsager (auch Zauberer) Ķeceklis Hilfe zu suchen. Sie machten sich auf den Weg. Ķeceklis war nicht zu Hause, aber seine Leute sagten: "Wartet ruhig auf ihn, am Abend wird er heimkommen!" Als der Zauberer Ķeceklis am Abend heimkam, fragte er sie sogleich: "Wo drückt euch der Schuh?"

"So und so — wir möchten reich werden!"

"Aha, reich wollt ihr werden, das habe ich mir schon gedacht! Aber nun gut, wir wollen euch helfen, nur müsst ihr euch dann gleich schlafen legen."

Gut, sie legten sich schlafen. Kurz vor Mitternacht ging Ķeceklis beim Mondschein hinaus und pfiff dreimal. Lācis, der noch wach lag, hatte alles gehört. Nur Bērzs war eingeschlafen und schnarchte. Nicht lange danach kam Ķeceklis mit einem anderen Mann ins Haus zurück. Der Fremde beugte sich sogleich über die Füße von Lācis und wollte etwas an seinen Fußsohlen vornehmen, aber Lācis zog seine Füße schnell unter die Decke und begann zu beten. Es schien, dass, das Beten dem Fremden missfiel, denn er zuckte gleich zurück und beugte sich über die Füße von Bērzs. Bērzs schnarchte nur weiter und ließ den Fremden mit seinen Füßen machen, was er wollte. Und der tat es denn auch. Er ließ ihn an den Fußsohlen zu Ader und sagte dann zu Ķeceklis: "Diesem hier wird es helfen, dem anderen aber nicht!"

Als Lācis am nächsten Morgen erwachte, bemerkte er, dass auf seinem Lager anstelle von Betttüchern ungegerbte Rinderhäute lagen, aber er sagte nichts zu Bērzs. Auch Bērzs sah die Rinderhäute, sagte aber seinerseits nichts davon Lācis. So blieb es. Schließlich stand auch Ķeceklis auf und gab jedem von ihnen eine Scheibe Brot, indem er sagte: "Legt die halbe Scheibe in den Kornverschlag, die andere Hälfte aber gebt dem Vieh!" Gut. Sie gingen heim. Bērzs verteilte seine Brotscheibe sogleich nach den Anweisungen, die Ķeceklis ihnen gegeben hatte, aber Lācis ließ seine Brotscheibe im Hanfstampfer liegen. Am nächsten Morgen sprachen seine Kinder: "Vater war gestern zu Besuch. Wer weiß, wo er diesmal das Mitbringsel (das Gastbrot) versteckt hat, wollen wir danach suchen." Sie suchten und suchten, schließlich fanden sie das Brot im Stampfer und aßen es auf. So gingen die Worte des fremden Mannes in Erfüllung: Lācis hat es nicht geholfen. Bērzs aber ging es von dem Tag an sehr gut: Sein Vorratshaus füllte sich, das Vieh war wohlgenährt und gab viel Milch. In kurzer Zeit war er so reich geworden, dass er nicht mehr wusste, wohin mit seinem Reichtum. Aber als Bērzs nach einigen Jahren verstarb, begann auch sein Reichtum zu schwinden. Seine Frau hatte mitunter kaum etwas zu essen. Und wie sollte es auch nicht mit dem Hof abwärts gehen? Die Frau sah, dass aus der Richtung des Friedhofs oft ein Wolf angelaufen kam, der bald eine, bald die zweite Kuh riss, bis die ganze Herde ausgerottet war. Wohl jammerte die Frau, als sie den Wolf kommen sah: "Seht da kommt ja wieder Bērzs, seinen Besitz zu holen!" Aber weder Klagen noch Tränen konnten ihr helfen: Er schleppte alles fort, was er zu Lebzeiten erworben hatte.

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