Der Drache ist beleidigt

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte eine prächtige Weizenernte gehabt. Aber er wusste nur zu gut, dass die Drachen ihm alles stehlen und ihren Besitzern bringen werden. Nachdem er das Korn gewindet hatte, schlug er eine Axt in die Türschwelle.

Alte Leute behaupten: wenn man eine Axt in die Türschwelle einschlägt, kann kein Drache über die Schwelle gelangen, um das Korn zu stehlen.

Kaum hatte er seine Arbeit beendet, da kam sein Nachbar — der auch in aller Heimlichkeit einen Drachen pflegte — zu ihm, setzte sich auf die Schwelle und plauderte mit dem Bauern. Beim Plaudern lockerte er ganz langsam die eingeschlagene Axt. Sobald er die Axt herausgezogen hatte, eilte sein Drache auf die Tenne schüttete den Weizen in den Sack und trug ihn davon. Der Bauer, dem der Weizen gehörte, konnte den Drachen nicht sehen, aber der Nachbar selbst konnte seinen Drachen sehen.

Als nun der Drache einen gewaltig großen Sack mit Weizen gefüllt hatte, warf er ihn sich mit einer solchen Wucht auf den Rücken, dass ihm ein Wind entschlüpfte. Als der Nachbar das hörte, lachte er auf und dachte: "Na, mein Drache übernimmt sich noch bei der Arbeit — sogar ein Wind ist ihm entschlüpft!" Als der Drache hörte, dass er ausgelacht wurde, wurde er wütend, dass er den Sack abwarf und davonrannte, so dass der Weizen sich nach allen Seiten verstreute. Er rannte davon und steckte den Hof des Bauern in Brand, der ihn verspottet hatte.

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