Der Drache ist beleidigt

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte gar kein Geld. Wie sollte er dazu kommen? Er wollte sich einen Drachen anschaffen. Er suchte in Riga das Drachenhaus auf. Dort lagen die Drachen in Särgen und man konnte sich den aussuchen, den man nötig hatte. Man musste das Haus um Mitternacht betreten und die Drachen als Herrchen ansprechen. Der Bauer betrat das Haus und sagte: "Guten Abend ihr Herrchen!" Er wurde gefragt, was für einen Drachen er sich wünsche. Der Bauer sagte, er wolle einen Geld-Drachen haben. Nun meldete sich der Geld-Drache und sagte, er wolle ihm an vier Abenden Geld herbeischaffen, dafür solle er sein Blut aus dem kleinen Finger in Milch träufeln (und ihm als Nahrung geben. Am Abend solle er sich (der Bauer) ruhig schlafen legen, ohne mit den anderen zu reden. Die Tür des Vorratshauses solle er angelehnt lassen. Der Bauer tat alles so wie der Drache es ihm gesagt hatte. Als er am nächsten Morgen aufstand, um die Tür des Vorratshauses zu schließen, sah er, dass ein Verschlag bereits halbvoll mit Silbergeld war. Als nun der Drache sein Abendessen bekommen sollte, da brach der Bauer einem Hahn das Bein ab und träufelte dessen Blut in die Milch. Der Drache ahnte es nicht und trank sie mit Wohlgefallen aus. Dasselbe tat er am zweiten und am dritten Abend. Aber am vierten Abend gab er ihm nichts. Als er ins Vorratshaus gehen wollte, hockte der Drache auf der Schwelle und fragte, warum er heute kein Abendessen bekommen habe. Da antwortete der Bauer: "Herr, ich habe es vergessen!" Da sagte der Drache, diesmal wolle er von dem Blut seines kleinen Kindes haben, er soll es ins Fingerchen schneiden. Da antwortete der Bauer, er habe ein Ferkel im Schweinestall, das könne er bekommen, aber kein Menschenblut. Darüber wurde der Drache so böse, dass er davonlief, aber vorher steckte er noch den Pferdestall des Bauern in Brand. Nach eine Jahr kam der Bauer wieder nach Riga und suchte auch das Drachenhaus wieder auf. Dort angekommen, sagte er: "Guten Abend, ihr Herrchen!" Sie fragten ihn, was er wolle. Er antwortete, er habe keinen Wunsch, er sei nur gekommen, um sich bei seinem Herrn zu bedanken. Ob der Herr wohl hier sei oder woanders. Die Drachen sagten, er sei hier. Und da war auch der Drache zur Stelle und wollte ihn erdrosseln. Als der Bauer das Haus verlassen wollte, packte er den Hals des Bauern und würgte ihn. Aber der Bauer kannte bestimmte Worte, und nun konnte er den Drachen erwürgen.

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