Der Drache ist beleidigt

From Pasakas un teikas
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Früher mussten die Männer aus Džūkste des Öfteren nach Engure fahren, um Holz zu holen. Eines Abends war auch ein Mann von hier nach Engure gefahren und hatte einen der dortigen Bauern ums Nachtlager gebeten. An dem Abend hatte der Bauer ein sonderbares Fest: man hatte Fladen gebacken und Fleisch gekocht, und das Gesinde saß schweigsam am Tisch, als würde man jemand erwarten. Auf einmal sieht der Mann aus Džūkste: etwas wie eine Kröte krabbelt über die Schwelle herein und kriecht immer näher und näher an das Essen heran. Die Leute aus Engure stehen mit gefalteten Händen und sagen kein Wort. Da wurde es unserem Mann aus Džūkste ganz sonderbar ums Herz. Er sprang auf die Beine und rief aus: "Wenn du, Kröte, ein guter Geist bist, so komm ordentlich, was kriechst du da! Bist du kein guter Geist so mach, dass du herauskommst!"

Kaum hatte er die Worte ausgesprochen — da rannte die Kröte -oder was sie sonst war — schnell wie der Blitz über die Schwellt hinaus und verschwand.

Aber jetzt gab es einen Tanz! Die Leute aus Engure fielen über den Mann aus Džūkste mit Schimpfen und Schreien her:

"So ein Bettler, so ein Tagedieb, er kommt daher und vertreibt unser Gottchen! Zu dem darf man kein böses Wörtchen sagen, da kommt der daher und wird fragen, was er für ein Geist sei! Hinaus mit dir, hinaus mitten in der Nacht mit dir!"

Und sie trieben den Mann aus Džūkste mitten in der Nacht aus dem Haus, mochte er fahren wohin er wollte, mochte er im Walde schlafen, wenn es ihm nicht zu kalt war.

Nun, er fuhr denn auch davon. Was mit dem Gottchen weiter geschehen war, das kann man nicht wissen.

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