Der Drache wird mit Unrat gefüttert

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte drei Drachen, die in der Korndarre lebten. Nur der Bauer selbst und sein Knecht wussten es, sonst niemand. Die Verschläge in dem Vorratshaus des Bauern waren immer mit Korn gefüllt und mit weißen Leinentüchern zugedeckt. Sie wurden nie leer, denn was der Bauer aus ihnen entnahm, das füllten die Drachen nach. So lebte der Bauer lange Zeit glücklich und reich. Aber einmal kam er in Streit mit seinem Knecht, und das war die Schuld des Knechtes. Der Knecht wurde zum Gut gebracht und bekam 30 Stockschläge. Aber jetzt schwor der Knecht, sich an dem Bauern zu rächen. Einmal — zur Zeit der Honigernte — kletterte der Knecht heimlich auf die Darrbalken, um zu sehen, welches Opfer den Drachen hingestellt war. Er fand drei Schüsseln mit Honig. Was tat der Knecht? Er aß den Honig aus den Schüsseln, bis sie leer waren und füllte sie mit seinem Unrat. Nach einer Weile kamen die Drachen heim und wollten sich daran laben, was der Bauer ihnen zugedacht hatte, da fanden sie Menschenkot in ihren Schüsseln. Sogleich beschlossen sie sich an dem Bauer zu rächen und seinen Hof in Brand zu stecken. Um nicht mit zu verbrennen, beschlossen sie sich zu verstecken: der Eine wollte in einen alten Badequast kriechen, der Andere in einen Besen und der dritte in eine alte Radbüchse. Aber der Knecht hatte ihr Gespräch belauscht. Sobald das Haus zu brennen begann, warf er alle alten Badequaste, Besen und alte Radbüchsen ins Feuer. Von der Zeit ab gab es keine Drachen mehr auf dem Hof, aber der Bauer hatte auch kein Glück mehr, bis er schließlich den Hof verlassen musste.

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