Der Drache wird angehalten

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In alten Zeiten lebten zwei Bauern, der Eine in Kurland, der Andere in Livland. Der Kurländer war arm, obwohl er sehr hart arbeitete. Der Livländer arbeitete gar nicht, hatte aber Geld wie Heu. Der arme Bauer ging zu einem Zauberer, sich Rat zu erbitten, wie er reich werden könnte. Der Zauberer sagte: "Wenn du den Drachen hinderst, dein Korn nach Livland zu tragen, so wirst du reich werden. Geh heim und fahre Roggen ein, so dass dein Nachbar in Livland es nicht sieht. Den Roggen verstaue unter dem Dach, belege die Darre mit Tannenzweigen, drisch sie danach aus. Wenn du die Darre leergedroschen hast, so geh zum Nachbarn auf Besuch." Der Arme geht heim, fährt Roggen ein, belegt die Darre mit Tannenzweigen, drischt sie am nächsten Morgen aus und besucht dann seinen livländischen Nachbarn. Der Reiche windet soeben vor seiner Darre Roggen. Der Arme grüßt, fragt nach, ob es eine gute Ernte gegeben habe und lässt auch die Körner durch seine Hand gleiten. Merkwürdig, die Hälfte des Korns besteht aus Tannennadeln. Jetzt sieht der Mann, dass das Korn aus seiner Darre nach Livland geschleppt worden war. Nach einer kleinen Weile fliegt der Drache mühsam zurück. Als der Drache mitten über der Daugava gewesen sei, habe der arme Bauer die Mütze abgenommen. Aus dem Drachen seien blaue, grüne und rote Lichter herausgeschossen. Lange Zeit habe er sich gequält, bis er endlich wie ein roter Strich verschwunden sei. Von da ab sei der Drache nie mehr nach Kurland zum Getreide Stehlen gekommen. Der arme Bauer aus Kurland sei nun bald reich geworden.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox