Der erschlagene Drache

From Pasakas un teikas
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Eine Bäuerin hatte einen Drachen. Sie hielt den Drachen in der Mahlkammer und der Knecht oder die Magd mussten jeden Abend Korn mahlen. Die Beiden wunderten sich: "Das ist doch aber sonderbar! Vor zwei Wochen hat die Bäuerin uns einen Scheffel Roggen gegeben. Wir mahlen und mahlen, die Mühle wird voll von Mehl, aber das Korn wird nicht weniger." Am nächsten Abend waren der Knecht und die Magd wieder beim Mahlen. Schließlich dachte der Knecht: "Da muss doch etwas Sonderbares vor sich gehen, ich will Licht anzünden!"

Und wahrhaftig — er erblickte den Drachen, der auf der Mühlstange hockte. Er schüttete immer neuen Roggen in den Scheffel. Da wurde der Knecht so zornig, dass er den Drachen mit einem Stock erschlug.

Am nächsten Abend schickte die Bäuerin sie wieder in die Mahlkammer. Aber diesmal waren sie mit dem Mahlen schnell fertig und konnten sich zur Ruhe begeben. Die Bäuerin aber merkte sogleich, was geschehen war. Sie nahm ein weißes wollenes Schultertuch, ging hinaus, breitete es auf der Erde aus und lockte:

"Hüpfe, hüpfe, Hüpferchen,
Komm auf das weiße Schultertuch."

Aber das Hüpferchen kam nicht mehr, mochte sie locken und rufen so viel sie wollte.

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