Der erschlagene Drache

From Pasakas un teikas
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Comments: J. Mūrnieks aus der Gemeinde Leja, Kurland, hat eine ähnliche Variante aufgeschrieben: die Schwiegertochter erschlug in der Mahlkammer ein kleines Vögelchen und konnte danach immer mit dem Mahlen fertig werden. Die Schwiegermutter begann zu jammern, und der reiche Bauer wurde immer ärmer. P. Š.


Eine Stiefmutter ließ ihre Stieftochter immer und immer mahlen, aber niemals wurde das Auge der Mühle (des Mühlsteins) leer. An einem Sonntag beim Viehhüten begegnete die Waise der Mutter des Juris aus der Nachbarschaft und erzählte ihr, wie sonderbar es ihr in der Mahlstube ergehe: je länger sie mahle, umso mehr Korn habe sie.

Da lachte die Mutter des Juris und sagte: "Nun, meine Liebe, dann muss dort ein Drache sein. Sieh dich beim Mahlen um, ob nicht ein Hahn oder etwas Anderes in einer Ecke hockt. Siehst du einen, so schlage mit der Mahlstange über die linke Schulter nach rückwärts, dann wird es gleich tot sein, das versichere ich dir."

Gut. Die Waise trieb das Vieh nach Hause. Dann ging sie in die Mahlkammer: ja, wahrhaftig, unter der Mühle hockte ein Hahn, ganz bestaubt von Mehl. Da ergriff sie die Mahlstange und schlug damit rückwärts über die linke Schulter, nichts weiter. Aber das genügte: der Hahn verendete. Und von nun an konnte das Auge des Mühlsteines leergemahlen werden.

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