Pūķis nosists / Der erschlagene Drache

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Latviski (edit) Deutsch (edit)
Kuoda saiminīca soutījsa sovas divi kolpūnas mīžu moltu. Bej juosomoļ sastdaļa nū pūra; bet moluš's leidz pusdīnai — navar un navar somolt: milti sagodijšīs mozakīs savi tŗeis ķuļmiti (1 ķiļmits ir 1/6 pūra), bet mīži naplūk un naplūk. Suokušas savā storpā puorrunāt: voi tik pouķis tūs mīžus napoušūt? Tuo runajūt, vīna maita povierusīs un īklīgusīs: "Vej! muosiņ, kuods tur putns pī grīstim, tik loikam tūs mīžus pouš. Ūtra maita touleit poņāmusa kūku un pārusa putnam tuo por golvu, kuo tis opsavielīs vīn. Un nu por mozu laiciņu mīžus itin vīgli somoluš's. Bet vālok ustubā stuostīš's saiminīcai, kuo tur bejs putns auški pī grīstim, kuŗš dobiers orvīn mīžus kluot un kuŗu tod nūsituš's: kuo likuš's po golvu putnam, tuo ori nuocs ribuļ rabuļim zemē.

"Voi! maitiņ!" saiminīca īklīgusīs, "koma tū dorīji?"

Maita nūbeidusīs un stūmidama's sacijsa uz ūtru maitu: "Koma tu, muosiņ, nateici, kuo tis nav sitams — naboutu nei por kū situsi!" Nū to loiku pouķis voiram lobibas navairujs un saiminīca dožu lobu raizi nūroudajsīs por maitu nadorbu.

Eine Bäuerin schickte ihre zwei Mägde in die Mahlkammer, Gerste zu mahlen. Sie mussten nur ein Sechstel Lof zu Mehl vermahlen, aber die Mittagszeit kam heran und sie waren damit immer noch nicht fertig. Obwohl sie schon wenigstens 1/6 Lof Mehl hatten, war das Korn nicht weniger geworden. Da besprachen sie es mit einander: ob der Drache wohl immer neues Korn dazu schütte? Während sie noch so miteinander sprachen, warf die eine Magd ihren Blick zur Decke und rief aus: "Sieh, Schwesterchen, den Vogel dort oben, vielleicht ist er derjenige, der uns die Gerste in den Scheffel schüttet!" Die andere Magd ergriff sogleich einen Stock und schlug den Vogel damit auf den Zopf. Der Vogel fiel gleich herunter und war tot. Später erzählten die Mägde der Bäuerin, dass in der Mahlkammer an der Decke ein Vogel gewesen sei, der immer neues Korn in den Scheffel geschüttet habe. Aber sie hätten den Vogel erschlagen: sobald er einen ordentlichen Schlag bekommen habe, sei er herunter gepurzelt.

"Oh weh, Mädchen, warum hast du das nur getan?" rief die Bäuerin aus.

Die Magd erschrak und sprach stammelnd zu der anderen Magd: "Warum hast du mir nicht gesagt, Schwesterchen, dass man ihn nicht erschlagen darf, dann hätte ich es um keinen Preis getan." Von da ab hatte der Bauer keinen Drachen mehr, der ihm Korn herbeigeschleppt hätte, und die Bäuerin vergoss so manches Mal Tränen wenn sie daran dachte, was die Mägde angerichtet hatten.

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