Der erschlagene Drache

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte erfahren, dass man in Riga Drachen kaufen konnte. Da beschloss er: wenn er schon Drachen kaufen wollte, dann lieber gleich zwei auf einmal. Gedacht, getan. Er kaufte sich einen Korn-Drachen und einen Geld-Drachen. Er kam heim und sagte zu seiner Frau: "Guten Abend, liebe Frau, der Teufel in deinem Herzen, der Teufel in meinem Herzen!" Darauf antwortete seine Frau: "Was bringst du solchen Dreck nach Hause? Ich will mein Herz nicht dem Teufel vermachen, soll lieber Gott es behalten!" Aber der Mann brachte den Drachen der Frau in die Mahlkammer, seinen eigenen ins Vorratshaus. Am nächsten Morgen gingen die Mägde in die Mahlkammer, um Korn zu mahlen. Sie mahlten und mahlten, konnten aber mit dem Mahlen gar nicht zu Ende kommen. Sie wunderten sich schon, was das zu bedeuten hatte. Da bemerkten sie ein Mäuschen, das in der Kornkammer herumlief. Da ärgerten sie sich und wollten die kleine Maus erstechen, aber sie verschwand. Aber da erblickten sie die Maus wieder: sie saß im Auge des Mühlsteins. Und nun erschlugen sie die Maus. Da wurden sie mit dem Mahlen ganz schnell fertig. Als die Bäuerin in die Mahlkammer kam und die erschlagene Maus erblickte, rief sie aus: "Oh weh, nun habt ihr den Drachen erschlagen und unter die Mühle geworfen!" Da wollte auch der Bauer seinen Geld-Drachen nicht länger behalten. Er streute Senfkörnchen auf das Dach des Vorratshauses aus. Der Drache versuchte sie einzusammeln, aber als es ihm nicht gelang, ergriff er die Flucht und lief davon.

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