Der erschlagene Drache

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten, als es noch keine Wasser- oder Windmühlen gab, mussten die Leute das Korn für ihr Brot in Handmühlen zu Mehl mahlen. Meistens waren es die Mägde, aber auch die Knechte hatten jede Nacht einen bestimmten Teil zu mahlen. Ein Knecht musste jede Nacht einen Scheffel Roggen zu Mehl mahlen. Er mahlte und mahlte die ganze Nacht, aber der Scheffel wurde nicht leer. Er bekam zwar gutes Essen und das Brot war so hell wie Käse, aber was nutzte das alles, wenn man sich die ganze Nacht mit Mahlen abplagen musste. Er suchte eine Hexe und Zauberin auf, um ihren Rat zu erbitten. Sie gab dem Knecht ein kleines Wachslicht und sagte, er solle es anzünden, wenn er glaube, der Scheffel müsste eigentlich schon zu Mehl vermahlen sein, und in die Mühle hineingucken.

In der nächsten Nacht war der Knecht wieder beim Mahlen. Als er glaubte, der Scheffel müsste eigentlich leer sein, zündete er das Wachslicht an und guckte in die Mühle hinein. Da erblickte er eine schwarze Schlange, die gerade neues Korn in die Mühle erbrach. Der Knecht erschlug die Schlange und war nun mit dem Mahlen bald fertig.

Bis jetzt hatte der Knecht immer gutes, helles Brot bekommen. Als er nun den Scheffel mit Mehl der Bäuerin übergeben hatte, hatte sie nichts zu ihm gesagt, aber am nächsten Morgen gab sie ihm zum Frühstück eine Schnitte schwarzes Brot und sagte:

"Iss nun schwarzes Brot, warum hast du Peterchen erschlagen?"

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