Der Roggen-Ruņģis

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer befahl seinem Knecht jede Nacht Roggen zu mahlen. Obwohl der Knecht beim ersten Hahnenschrei mit dem Mahlen begann, hatte er bis zum Hellwerden noch immer den einen Scheffel Korn nicht zu Mehl vermahlen. Dennoch quoll das Mehl schon aus der Mühle. Der Knecht musste stets ohne Licht mahlen, denn der Bauer hatte es verboten, in der Mahlkammer Licht zu machen. Nach dem er so lange gemahlen hatte und sehen musste, dass der Scheffel noch immer nicht leer wurde, begriff er, dass der Bauer einen Drachen haben musste, der im Schutz der Dunkelheit immer neues Korn in den Scheffel schüttete. Der Knecht besorgte einen Ebereschen- stock, in den er dreimalneun Kreuze ritzte. Dann machte er Licht an und begann zu mahlen. Er mahlte und mahlte, da erblickte er einen großen schwarzen Kater, der auf der Mahlstange hockte. Er erschlug den Kater mit dem Ebereschenstock und steckte ihn ins Mäuseloch unter der Mühle. Dann begann er wieder zu mahlen. Bis zum Hellwerden hatte er alles Korn aus dem Scheffel zu Mehl vermahlen. Als der Bauer und die Bäuerin hörten, dass die Mühle leer war, wunderten sie sich. Die Bäuerin eilte in die Mahlkammer und erblickte dort den erschlagenen Kater. Da lief sie in die Stube zurück und klagte dem Bauer:

"Er hat unseren Roggen-Ruņģis erschlagen und ins Mäuseloch gesteckt!"

Von da ab wurde der Knecht immer mit dem Mahlen fertig.

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