Der Roggen-Ruņģis

From Pasakas un teikas
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Auf einem Bauernhof lebte ein Bauer, der in seinem Vorratshaus heimlich einen Roggen-Luņģis hielt und fütterte. Seine Frau hatte zwar oft gesehen, dass ihr Mann im Vorratshaus eine große Büchse verwahrte, aber sie wusste nicht, was darin war und sie fragte auch nicht danach.

Als der Bauer schon alt war und auf dem Sterbebett lag, rief er die Bäuerin an sein Lager und sprach: "Die Büchse, die im Vorratshaus steht, lege neben mich in den Sarg, darin ist mein Roggen-Luņģis verwahrt!"

Der Bauer stirbt. Aber die Bäuerin legt den Roggen-Luņģis nicht in seinen Sarg. Eine Nacht vergeht — nichts, eine zweite Macht vergeht — nichts; in der dritten Nacht aber springt der Bauer aus dem Grabe und verlangt draußen vor der Tür, man solle ihm seinen Roggen-Luņģis zurückgeben. Die Bäuerin tat es nicht, und die Nacht verging.

Aber in der kommenden Nacht sprang der Bauer wieder aus dem Grabe und tobte die ganze Nacht herum. Nichts zu machen — am nächsten Tag musste man das Grab öffnen und die Büchse mit dem Roggen-Luņģis in seinen Sarg legen. In der nächsten Nacht kam er nicht mehr.

Einige Tage später musste ein Nachbarbauer an dem Friedhof vorbeifahren. Da bekam er etwas Sonderbares zu sehen: auf dem Grab des verstorbenen Nachbarn brannte ohne Holz ein helles Feuerchen.

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