Der Roggen-Ruņģis

From Pasakas un teikas
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Comments: Abschließend muss man auch Volkserzählungen über Drachen erwähnen, nach denen die Drachenkäufer ganz einfach betrogen wurden, was auch sehr wahrscheinlich der Wahrheit entspricht. Der Pfarrer Scheuermann aus Lubāna (LP, VI, 71, 25) hat eine Erzählung aufgeschrieben, in der Rigaer Herren einem Bauer eine tote Katze für einen Drachen verkauft haben. Eine Ähnliche Erzählung hat auch Mārtiņš Lapa gehört ("Pasakas un nostāsti"1902, 79). Der Student Vītols aus Sūbri in Kursīši schreibt (LP, VII, I, 755 10), Rigaer Herren hätten einem Bauer empfohlen, seine Badestube mit Kohle in Brand zu stecken.


Als Brot gebacken wurde, wurde ein kleiner Brotlaib eigens für den Drachen gebacken, den man ihm dann zu essen gab. Einmal wurde die Bäuerin krank und schickte ihre Magd los, dem rudzu runcis (Roggen-Kater) seine gewohnte Mahlzeit zu bringen. Als die Magd das Brot brachte, erschrak sie sich sehr vor dem Drachen: Er saß auf dem Boden des Vorratshauses und glotzte sie mit glühenden Augen an — wahrscheinlich, weil die Bäuerin nicht selbst gekommen war. Als die Bäuerin starb, war auch der Drache verschwunden.

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