Die Wohnorte der Teufel

From Pasakas un teikas
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Einst begab sich ein Fuchs zum Meeresstrand. Dort waren viele Teufel versammelt. Da näherte sich eine Regen- und Wetterwolke. Als die Teufel sie wahrnahmen, wussten sie nicht, wo sie sich bergen sollten. Nun wuchs in der Nähe eine mächtige, alte Eiche, deren Mitte von oben bis unten hohl war. Ein Teufel fragte den Fuchs um Rat, wo er sich vor dem Gewitter verstecken solle. Der Fuchs führte die Teufel zur Eiche und redete ihnen zu: "Schlüpft alle hier hinein, da wird euch niemand sehen, und ihr werdet euch dort vor dem, den ihr fürchtet, retten können." Den Teufeln gefiel der Rat, sie schlüpften sämtlich, einer nach dem andern in die hohle Eiche, so dass sie von oben bis unten mit Teufeln angefüllt war. Einer aber fand dort keinen Raum. Der tauchte ins Meer, wo sich unweit der Eiche ein großer Fels erhob; unter dem verkroch er sich auf dem Meeresgrunde.

Als alle untergebracht waren, war auch die Gewitterwolke schon ganz nahe gekommen. Der Fuchs hob seinen Kopf und sagte: "Lieber Himmelsvater, triff mit deiner Rute auch meine Eiche." Und kaum stand die Wetterwolke über der Eiche, dann barst sie auseinander, dass die ganze Erde erzitterte und in ihren tiefsten Tiefen dröhnte, und die Eiche ging durch den Blitz mitsamt den Teufeln in tausend Splitter. Auch der Teufel, der im Meer unter den Fels gekrochen war, hörte das gewaltige Krachen und spürte, wie die Erde bebte. Auch ihm bereitete der Blitz Verderben: der Fels, unter den er gekrochen war stürzte auf ihn, so dass er sich auf keinerlei Weise von ihm befreien konnte, und so soll er wie angeschmiedet bis zum heutigen Tage dort an den Fels gebannt sein. Zwar soll der Teufel den Fels mit seinen Zähnen zernagen und mit seinen Krallen zerreißen, aber alles sei umsonst, er könne sich nicht von ihm freimachen. Manchmal soll es ihm zwar beinahe glücken, sich zu befreien, indem er einige Splitter vom Fels gelöst habe, aber in den Weihnachtstagen wachse der Fels wieder nach. Und so quäle er sich schon viele Jahre, aber einen Erfolg habe er nicht.

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