Die Wohnorte der Teufel

From Pasakas un teikas
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In dem Kālis-See in Vestiena lebten — wie in allen größeren Seen — Teufel. Der Herr des Kālis-Gutes kannte sie. Einmal wollte der Gutsherr den Teufeln einen Besuch abstatten. Er ließ der Kutscher in seine Kammer rufen und befahl ihm die Pferde anzuspannen. Nun ging der Herr auf den Kutscher zu und sagte: "Wenn du dich nicht bekreuzigst und wenn du dich nicht bedankst, dann

will ich auch Dir von den köstlichen Speisen geben, mit welchen man mich bewirten wird."

Der Kutscher, der sehr neugierig war, versprach, was der Herr verlangte. Der Herr gab ihm, wie er es versprochen hatte, Würste, Schweinefleisch, Wein und andere Getränke. Da der Kutscher das alles nicht aufessen konnte, steckte er einen Teil in seine Taschen und begab sich dann auf den Stallboden, um zu schlafen.

Als er sich nun schlafen legte, vergaß er, was er versprochen hatte: er bekreuzigte sich und dankte auch seinem Herrn für seine Güte. Aber kaum hatte er seinen Dank ausgesprochen, da fiel und purzelte er, indem er sich mehrmals überschlug, vom Stallboden herunter. Der Teufel hatte ihn hinabgestoßen. Er erhob sich und suchte in seinen Taschen nach dem Schweinefleisch und nach den Würsten, aber er fand nur Menschenfleisch und lebendige Schlangen.

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