Die Wohnorte der Teufel

From Pasakas un teikas
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In dem Taurkalne-Wald, der sich zwischen Taurkalne und Jaunjelgava ausbreitet, befindet sich der sogenannte Aklais-See (aklais — der Blinde).

Die Oberfläche des Sees war in der Nähe der Ufer von grünem Moos bedeckt. Der See war sehr tief, davon hat der seinen Namen der Blinde See bekommen. Einmal versuchten Fischer mit Netzen in dem Aklais-See zu fischen, aber sie konnten die ausgeworfenen Netze nicht mehr einziehen, da sich morsche Stämme und Stubben im Wasser befanden. Man erzählt, dass ein Stück Wald in ihn versunken sei. Man erzählt auch, der Aklais-See sei nur die tiefste Stelle eines großen zugewachsenen Sees.

Einmal in alter Zeit fuhr ein Herr mit seiner Frau und seinen Kindern in einer prächtigen Kutsche an den See entlang. Es war eine finstere Herbstnacht. Der Kutscher kümmerte sich nicht sehr viel um das Kutschieren, denn die Pferde kannten den Weg bestens. Sie fuhren und fuhren, auf einmal waren die Pferde auf das Moos hinausgelaufen. Sie liefen noch weiter voran, bis sie mit der Kutsche in den Abgrund versanken. Der Teufel selbst hatte die Kutsche in den See gelockt. Der Aklais-See sei seine Behausung. Fast jedes Jahr verlange der Aklais-See ein Opfer. Wandersleute, die um die Mittagszeit oder in der Nacht an den Aklais-See gelangen, bekommen häufig Gespenster zu sehen. Einmal sah ein Mann, der nach Jaunjelgava unterwegs war, eine prächtige schwarze Kutsche die Straße entlangfahren. In der Kutsche saß ein schwarzer Herr. Die Schwarze Kutsche hielt an, und der schwarze Herr sagte zu dem Wandersmann, er könne einsteigen, er werde ihn ein Stück Weges mitnehmen. Der Mann wollte schon die Kutsche besteigen, da bemerkte er unter dem Hut des schwarzen Herrn zwei rote Hörnchen. Der Wandersmann war geistesgegenwärtig genug, sich schnell zu bekreuzigen. Ein Sturmwind erhob sich, und der Herr mit der schwarzen Kutsche fuhr geradeswegs in den See hinein.

Einmal ging ein anderer Mann zu Fuß nach Jaunjelgava. Im Walde überfiel ihn die Nacht. In der Nähe des Aklais-Sees wollte der Wandersmann sich ausruhen und den Morgen erwarten. Er überlegte nicht lange, sondern legte sich am Ufer schlafen. Im Halbschlaf hörte er, dass jemand ihn rief und ihn aufforderte, mitzugehen: sie hätten ja beide einen gemeinsamen Weg. Der Mann, noch immer sehr verschlafen, erhob sich, konnte aber kaum die Beine von der Stelle bewegen und fühlte sich sehr bedrückt. Da fiel es ihm ein, sich zu bekreuzigen. Nun erwachte er vollends und sah, dass er so dicht am Ufer gelegen hatte, dass es nur eines Schrittes bedurfte, um ins Wasser zu fallen.

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