Die Wohnorte der Teufel

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer erbaute sich ein neues Haus. Es fehlten ihm noch Steine für die Grundmauer. Wie sollte man zur Sommerzeit Steine von weit her herbeischaffen? In der Nähe aber waren alle bereits für den Bau verwendet worden übrig geblieben war nur noch der Teufelsstein, der sich am Straßenrand im Walde befand. Er beschloss, denselben zu nehmen. Andere wollten ihn davon abhalten: "Was willst du denn den nehmen, da ist ja der Teufel selbst drin, an dem Stein spukt es doch immer!" Der Bauer aber entgegnete darauf, das sei doch alles Aberglaube, und brachte den Stein nach Hause. "Ich werde ihn in die Grundmauer einmauern, dann können die Teufel spuken soviel sie wollen Hauptsache, sie lassen uns in Ruhe!"

Aber die Spuk-Geister ließen die Leute doch nicht in Ruhe. Sobald das Haus fertig war und die Leute wollten sich schlafen legen, wurde der Teufel munter. Er tobte die ganze Nacht: er holte das Geschirr aus dem Schrank und stellte es auf den Tisch, er zog den Tisch mitten in die Stube. Da sah der Bauer, dass es nun nicht mehr gut ging und holte den Pfarrer, um das Haus zu weihen. Aber der Teufel wurde nur noch übermütiger: er begann nachts die Schlafenden an den Beinen aus dem Bett zu holen. Der Bauer konnte es nicht mehr aushalten. Er brach den Stein aus und brachte ihn an seinen alten Platz zurück. Aber der Teufel hörte nicht zu toben auf.

Da fuhr der Bauer ein zweites Mal zum Pfarrer, er möchte doch kommen und den Teufel vertreiben. Der Pfarrer kam angefahren.

"Was kommst du, Bruder, angefahren?," lachte der Teufel, "du hast ja noch jetzt meine Groschen in der Tasche!"

Während der Pfarrer betete, klimperte der Teufel mit dem Geld. Der Pfarrer fuhr davon, der Teufel blieb. Da holte der Bauer einen anderen Pfarrer. Der Teufel sagte: "Was hast du dich stören lassen, Schwager? Wärest du zu Hause geblieben so hättest du jetzt gewonnen, denn dein Ass war Trumpf!" Die ganze Zeit, während der Pfarrer auf dem Bauernhof war, rief der Teufel verschiedene Karten aus. Der Bauer holte einen dritten Pfarrer. Als der Knecht des Bauern vorgefahren kam, war der Pfarrer gerade dabei, seinen eigenen Knecht zu verprügeln.

Sobald nun der Pfarrer zur Tür hereinkam, begann der Teufel zu jammern: "Oh weh, Väterchen, ich war ja gar nicht der Schuldige, aua, aua!" Dann mit tiefer Stimme: "Das hast du für das Väterchen, das für das Faulenzen, da hast du's, da hast du's!'" Und man hörte Schläge und Stöhnen. Der Pfarrer sagte kein Wort und fuhr wieder davon. Der Teufel aber blieb und tobte ärger als vorher.

Das Gesinde konnte es nicht ertragen, die Leute verließen den Bauer. Der Bauer blieb allein auf seinem Hof und wohnte in der Korndarre. Eines Abends kam ein alter Bettler und bat um Nachtlager. Da erzählte der Bauer dem Alten, wie es ihm mit dem Stein ergangen war und dass es nicht möglich sei, in der Stube zu schlafen. Wenn er aber bei ihm in der Korndarre übernachten wolle, so könne er gern bleiben. Der Bettler übernachtete in der Korndarre. Am nächsten Morgen belehrte er den Bauer, wie man den Teufel vertreiben könne. Der Bauer solle ein paar Klafter Brennholz besorgen. Dann müsse er den Stein an den See bringen und ihn so lange erhitzen, bis er ganz rot geworden sei. Auf den erhitzten Stein müsse er kaltes Wasser gießen, dann werde der Stein zersplittern und dem Teufel nicht mehr als Behausung dienen können.

Der Bauer brachte gleich am nächsten Tag einige Fuhren Brennholz an den See. Dann holte er auch den Stein und begann ihn zu erhitzen. Wie er auch das Feuer schüren mochte, der Teufel lachte nur darüber; aber sobald er den erhitzten Stein mit kaltem Wasser zu begießen begann, da fing er an zu jaulen, zu schreien und zu flehen. Er versprach dem Bauer goldene Berge, wenn er ihn nur noch dieses eine Mal verschonen wolle. Aber der Bauer hörte gar nicht auf ihn: er erhitzte nur immer wieder den Stein und übergoss ihn dann mit kaltem Wasser, bis der Stein in tausend Stücke zersplitterte. Nun war es mit dem Teufel zu Ende.

Die Leute auf dem Hof leben noch heute in Frieden, nicht einmal ein Heimchen erschreckt sie mehr.

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