Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: A.L.P. hat neben diese Sage (494, 8) auch noch die romantische Sage des E. Veckenstedt gestellt: nicht weit von Talsi schmiedet ein Schmied einem Stein ein Schwert. Der Stein wird zersplittern, wenn der "lettische Heerführer kommen wird." Die wissenschaftliche Kritik hat die Sagen schon immer mit großer Skepsis betrachtet. P. Š.


Ganz nahe an dem Städtchen Kandava auf dem Weg nach Sabile kann man an der rechten Straßenseite einen großen Stein, der gut seine zwei Klafter misst, sehen. Einmal brachte der Schlossherr des Teufelsschlosses den großen Stein nach Hause. Er wollte es auf sein Gut bringen und daraus viele verschiedene Dinge anfertigen lassen. Die Pferde konnten jedoch bald den Stein nicht mehr ziehen. Als der Herr sah, dass sie ihn nicht nach Hause ziehen würden und dass er sie schon viel zu viel abgequält hatte, spannte er sich selbst vor den Stein. Nun zog er aus aller Kraft, aber der Stein ließ sich nur sehr langsam vorwärts bewegen. Schließlich war er ganz ermüdet, setzte sich auf den Stein und bat den Teufelkönig selbst, ihm zu Hilfe zu kommen. Der König der Teufel kam, aber er packte den Stein nicht an, sondern versprach, in der nächsten Nacht seinen Knecht Borods zu schicken, der fast so stark sei wie er selbst. In der nächsten Nacht ging der Herr schon vor der verabredeten Zeit zu dem Stein zurück und wartete auf den Knecht Borods. Auf einmal kam Bart mit Brausen und Sausen durch das Gebüsch herbeigelaufen. Er kam an den Stein, betrachtete ihn und packte ihn an, aber der Stein ließ sich nur sehr schwer und langsam auf den Rücken heben. Der Knecht trug ihn eine ziemlich lange Strecke, aber dann war er so ermüdet, dass er ihn auf die Erde warf. Er packte ihn zum zweiten Mal, trug ihn wieder eine Strecke und warf ihn dann wieder auf die Erde. Als er ihn zum dritten Mal aufheben und weiterschleppen wollte, da krähte der Hahn. Bart stieß voller Wut mit dem Fuß nach dem Stein, weil er sich ärgerte, dass der Hahn schon gekräht hatte, und der Stein versank halb in die Erde. So blieb der Stein an der Stelle liegen. Heute aber liegt er nicht mehr an der Stelle — oben auf dem Berg, wo er noch vor gut zehn Jahren gelegen hat. Beim Kiesgraben ist er den Berg hinuntergerollt.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox