Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Einmal beschoss der Teufel in der Heiligen Nacht Livland zu durchstreifen, um vielleicht eine Seele zu erbeuten, die des Lebens überdrüssig geworden war. Der Teufel marschierte von Rīga nach Cēsis (Wenden). Überall wurde Weihnachten gefeiert: man sang fromme Lieder und sprach Gebete. Das missfiel dem Teufel und er beschloss, die Düna mit einem Damm zu versperren, um Livland einen Schaden zuzufügen oder es ganz zu vernichten. Gegen zehn Uhr setzte sich der Teufel auf einen hohlen Eichenstamm und ritt nach Schweden, um einen Steinblock zu holen. Dort angekommen, brach er einen großen Felsbrocken ab und eilte nach Livland zurück. Der Teufel wollte an Valka vorbei zur Daugava (Düna) eilen. Er hatte gehört, dass die Menschen mehr sündigten, wenn Hunger im Lande herrsche. Der Teufel wollte noch vor Mitternacht an der Düna sein, aber die Uhr zeigte schon elf, und der Teufel war erst in der Gegend von Smiltene. Der Teufel rannte. Wo er auftrat, da warf er kleine Hügel auf. Als die Uhr zwölf schlug, war der Teufel bei Lamsteri. Der Stein war gar zu schwer, und so beschloss der Teufel, sich in der Korndarre des Lamsteri-Hofes auszuruhen.

Am Abend hatte die Knechtsfrau ihre Hühner und den Hahn in die Korndarre gebracht, damit sie dort die zurückgelassenen Körnchen aufpickten. Um Mitternacht krähte der Hahn. Da erschrak der Teufel, packte den Stein und lief davon. Als die Knechtsfrau aufstand, begann ihr Kind zu weinen. Der Teufel erschrak von neuem und rannte in die Richtung des Visla-Gutes davon. Aber der Stein war viel zu schwer, deshalb warf der Teufel ihn auf das Feld des Lamsteri-Hofes hin. Da krähte der Hahn zum dritten Mal. Der erschrockene Teufel fuhr sofort zur Hölle hinunter, aber an dieser Stelle erhob sich ein Berg, den die Leute den Meimura kalns genannt haben.

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