Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Comments: Eine ähnliche Sage hat Varabalss der Monatsschrift "Balss" zugesandt (1885. Nr. 35. LP. VII, 16), sie ist nur viel kürzer. Ähnliche Sagen hat man auch der Zeitschrift "Brīvā Zeme" über die Teufelskammer (1928. Nov. 2) und über die kleine Hölle (1928. Nov. 9) zugesandt. P. Š.


In den Liepas-Höhlen bei Cēsis haben früher Teufel gewohnt. Sie besuchten Märkte, kauften und tauschten Pferde und hatten ein menschliches Aussehen. Niemand konnte sie von echten Menschen unterscheiden. Aber sobald ein Marktbesucher sich bekreuzigte, bemerkte er gleich, dass die Schwanzspitzen der Teufel aus den Hosenbeinen hervorlugten. Die Teufel betrogen viel Menschen. Das Geld, das sie bezahlten, verwandelte sich — sobald der Besitzer einen Fluss oder einen Bach überquert hatte, in Spreu oder in Pferdmist. Wenn der Mann, der das Geld bekommen hatte, zunächst kein Wasser zu überqueren hatte, blieb das Geld so lange bestehen, bis er über eine Brücke gegangen war. Ebenso verhielt es sich mit den Pferden der Teufel, die man von ihnen kaufte oder eintauschte. Kaum war man mit einem solchen Pferd über eine Brücke gegangen, da verwandelte es sich in ein Strohbündel. Die Menschen beklagten sich bei dem Pfarrer und bei der Regierung. Zwölf Pfarrer kamen angefahren und begaben sich zu den Teufelshöhlen. Dort beteten sie und befahlen den Teufeln im Namen Jesu die Höhlen zu verlassen und sich zum Meer zu begeben. Aber die Teufel gehorchten nicht, sie spotteten nur und zählten auf, welche Sünden jeder der Pfarrer begangen habe. Einer der Pfarrer habe schon als kleiner Junge auf dem Markt eine Brezel gestohlen.

"Und du," sagten die Teufel zu einem anderen Pfarrer: "du hast einem Mädchen ein Kind gemacht!"

"Der da," sagten die Teufel und zeigten auf den dritten Pfarrer, "der ist das Kind eines ledigen Mädchens, dem müssten wir eigentlich gehorchen!"

Jeder der Pfarrer hatte seine Sündenlast. Drei Tage und drei Nächte fasteten und beteten die Pfarrer vor den Höhlen der Teufel. Schließlich verließen die Teufel die Höhlen und begaben sich zum Meer. Der Heiland, ihr größter Feind, hat sie dort an einen großen Fels geschmiedet.

So wurde die letzte Behausung der Teufel zerstört.

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