Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Der Teufelsgraben befindet sich etwa eine halbe Werst von dem Spēliņi-Hof in Ērgļi entfernt, gerade an der Grenze, die die Gemeinde Ogre von der Ērgļi-Gemeinde trennt. Der Graben wird von dem Flüsschen Nāruža durchquert. An den Grabenrändern liegen eine Menge Steine, ja, ganze Steinhaufen. Viele der Steine haben eine Schwarze Farbe. Auch in dem Flussbett liegen Steine auf einer etwa 60 Schritt langen Strecke. Bei tiefem Wasserstand sucht das Wasser des Flusses seinen Weg unter und zwischen die Steine, aber beim Hochwasser wälzt es sich mit gewaltigem Rauschen darüber hinweg.

In alten Zeiten hatte ein Fischer eine Stelle ausgesucht, an der er seine Netze auswarf. Einmal hatte der Fischer ein Feuer angemacht und holte die Fische aus dem Netz. Die kleineren Briet und aß er, die größeren warf er in den Sack. Da kam der Teufel auf ihn zu und fragte ihn: "Warum trennst du die kleinen Fische von den großen? Gib sie mir, dann werde ich dir meinerseits auch helfen!" Der Fischer antwortete:

"Ich habe keine Fische für den Teufel!"

Über eine solche Antwort wurde der Teufel sehr böse. Er warf einen Haufen bis zu den Wipfeln der Bäume, zog ab und sagte beim Weggehen drohend zu dem Fischer: "Warte, Vögelchen, ich werde den Fluss mit Steinen vollschütten, dann wird das Wasser in den Sumpf zurückfließen." Während der Fischer noch am Fluss war, ergriff der Teufel drei große Steine und warf sie ins Wasser. Dann verschwand er, aber nun begann es Steine zu hageln. Der Fischer erschrak und lief schnell auf den Hügel, um von dort aus zu beobachten, was nun weiter geschehen werde. Plötzlich krähte der Hahn. Da prasselten die Steine nicht mehr in das Flussbett, aber der Fluss floss auch nicht mehr weiter. Nach einer Weile begann der Bach ein unverständliches Lied zu singen. Kurz darauf erschien am Ufer eine schlanke, schön gekleidete Frau und rief mit lauter Stimme:

"Hier geht für uns die Sonne auf, stark bist du, meine kleine Nāruža!" Da begann das Wasser im Fluss wieder zu wogen und weiterzufließen und sich zwischen die Steine durchzuzwängen. Etwa 15 Schritt rechts von dem Fluss brach eine Quelle aus der Erde, die ihr Wasser in den Fluss fließen ließ. Seit der Zeit nannten die Leute die Schlucht den Teufelsgraben und den Fluss die Nāruža.

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