Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Comments: "Den Heerführer der Letten" wird der Aufschreiber der Sage wohl von sich aus hinzugefügt haben. Schon Lerchis-Puškaitis hat berechtigterweise die von dem Aufschreiber "da-zugedichteten" Götter der Liven — Jods, Piktulis und Sīvais — weggelassen. P. Š.


Der Teufel hatte sich vorgenommen, den Strom des Venta-Flusses abzusperren, um die Stadt Kuldīga (Goldingen) und ihre Umgebung überfluten zu lassen. Er begab sich um Mitternacht zwei Meilen weit zu einer Stelle, an der sehr viele Steine lagen. Mit einer riesigen Steinlast kehrte er zur Stadt zurück. Er warf die Steine ab, um eine neue Ladung zu holen, aber von dem lauten Gepolter erwachte der dortige Heerführer der Letten. Er stand auf und ging hinaus. Da sah er, dass der Venta-Strom zur Hälfte schon mit einem Steindamm abgesperrt war. Da begriff er sogleich, dass das das Werk des Teufels sein musste. Aber wie sollte man jetzt Hilfe schaffen? Er eilte zum Hühnerstall, schlug mit den Handflächen auf einen Pelz und krähte wie ein Hahn. Da erwachte der richtige Hahn und glaubte, ein anderer Hahn habe schon gekräht. Nun krähte er selbst auch. Als der Teufel den Hahnenschrei hörte, warf er die Steine, die er sich auf den Rücken aufgeladen hatte, auf die Erde und ergriff die Flucht. Aus der ersten Steinlast ist in der Venta bei Kuldīga ein Wasserfall entstanden; die andere Steinlast hatte der Teufel beim Hahnenschrei oberhalb des Wasserfalles abgeworfen.

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