Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte der Teufel den Einfall, große Steine in die Daugava zu werfen, um die Flöße und Boote, die auf der Düna entlangfuhren, zu versenken. Er eilte an dem Parģi-Krug vorbei nach Baga (Neuhof). In der Nähe des Kruges kann man noch heute auf einem Stein des Teufels Fußabdruck sehen. Der Abdruck wird noch heute die Fußsohle des Teufels genannt. Als der Teufel auf dem Baģu-Gut kam, ergriff er einen großen Stein, schleppte ihn bis zum Taubenhof und warf ihn dort in den Fluss. Da die Düna an jener Stelle sehr breit ist, musste der Teufel noch einen zweiten Stein herbeischaffen. Diesmal schleppte der Teufel den Stein an Sēce-Gut vorbei und über den Grēlis-Berg nach Baloži. Aber kaum war er oben auf dem Berg, da krähte auch schon auf dem nahen Bauernhof der Hahn. Da schleuderte der Teufel seinen Stein auf gut Glück in die Richtung des Flusses. In der großen Eile hatte ihn aber nur mit dem kleinen Finger gepackt, und so flog der Stein nicht so weit, sondern fiel etwa sechseinhalb Werst von dem Gut Koknese (Kokenhusen) entfernt am Ufer der Düna hin, wo man noch heute eine tiefe, felsige Schlucht findet. Als der Teufel sein Werk betrachten wollte und entdecken musste, dass ihm seine Absicht nicht gelungen war, kochte er vor Wut. Schließlich beschloss er, in der Schlucht zu bleiben, die Menschen zu erschrecken und zuzusehen, wie die Flöße an den Steinen zerschellten und die Menschen ertrinken würden. Dort haust er noch heute. Er narrt die Menschen, führt sie irre und neckt sie. Am ärgsten treibt er es um die Mittagszeit und um Mitternacht. Mitunter schreit er wie ein Kind manchmal ruft er mit verzweifelter Menschenstimme um Hilfe, manchmal erscheint er in der Gestalt eines Rehs oder eines Hasen. Aber wehe dem, der ihn dann verfolgen will: den bringt er erbarmungslos um.

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